Bönningstedt : Schüler helfen blinden Kindern

Der Bönningstedter Arne Hansen (Mitte) strahlt: Die Unterstützung der indischen Schule ist für ihn eine Herzensangelegenheit.
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Der Bönningstedter Arne Hansen (Mitte) strahlt: Die Unterstützung der indischen Schule ist für ihn eine Herzensangelegenheit.

Spendenlauf von Bönningstedter Kindern: 2500 Euro gehen an eine indische Bildungseinrichtung. Dessen Ausstattung soll mit dem Geld verbessert werden.

shz.de von
24. Dezember 2013, 06:00 Uhr

Es war ein einschneidendes Erlebnis für den Bönningstedter Arne Hansen, das vor elf Jahren den Anstoß gab, helfen zu wollen: „Ich handle mit Natursteinen und bin zwei bis drei Mal im Jahr in Indien, um große Granitblöcke einzukaufen“, erzählt der 38-Jährige.

Damals verließ er abends sein Hotel, um einen Spaziergang zu machen. Der Anblick, der sich auf den Straßen von Bangalore bot, entsetzte ihn: „Verkrüppelte, ausgesetzte Kinder, kaum etwas am Leib, völlig hilflos und verlassen. Selbst um die, die tot am Straßenrand lagen, kümmerte sich keiner“, berichtet Hansen. Gezielt suchte er daraufhin nach einer Möglichkeit, direkt und vor Ort zu helfen. „Wir fanden ein kleine Heim mit einer Schule für blinde Kinder“, so Hansen weiter. Häufig würden diese von den Familien ausgesetzt werden, weil sie nicht zum Lebensunterhalt beitragen könnten.

Seitdem ist einiges passiert: Hansen und Freunde von ihm sammelten Spenden und begannen, die Schule mit Materialien zu unterstützen.

„In den vergangenen drei Jahren konnten wir die Rahmenbedingungen verbessern – angefangen bei Moskitonetzen über Elektrik bis hin zu Druckern für Braille-Schrift und PCs mit Tastaturen für Blinde“, so Hansen. Eine seiner Unterstützerinnen ist Meike Gantert, Lehrerin an der Bönningstedter Grundschule. „Ich schlug vor, einen Teil des Geldes, das beim Spendenlauf der Schüler im September gesammelt wurde, an diese Schule nach Indien zu spenden“, erzählt Gantert. Neue Materialien werden dringend benötigt, die Schülerzahl ist inzwischen auf 90 Kinder angestiegen.

Schulleiterin Martina Meyn-Schneider war sofort von der Idee begeistert. Insbesondere die Tatsache, dass inzwischen an der Schule sehbehinderte Kinder ihre bereits erblindeten Schulkameraden im Unterricht unterstützen, beeindruckte die Pädagogin. „Das ist ein Erfolgsmodell für Inklusion“, so Meyn-Schneider.

Wenn Hansen im Februar von seiner nächsten Reise zurückkommt, wird er den Schulkindern einen Film zeigen und eine „Wunschliste“ vorbereiten. „Die Schüler sollen dann mitentscheiden dürfen, wofür ihre Spende von 2500 Euro verwendet werden soll“, haben die Rektorin und Hansen gemeinsam entschieden.

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