Gemeinschaftsschule Rugenbergen : Schüler entwickeln Produkte

Welche neuen Funktionen und Programme Mobiltelefone haben könnten, stellt diese Projektgruppe der Klasse vor.
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Welche neuen Funktionen und Programme Mobiltelefone haben könnten, stellt diese Projektgruppe der Klasse vor.

Projekt „Kunst hoch Schule“ in Bönningstedt

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06. Juni 2014, 14:00 Uhr

Ganz alltägliche Gegenstände standen gestern im Mittelpunkt des Projekttags, den die Klasse 8 a der Bönningstedter Gemeinschaftsschule Rugenbergen erlebte. „Wir haben uns beworben an dem Projekt ‚Kunst hoch Schule‘ der Kieler Muthesius Kunsthochschule teilzunehmen“, berichtet Kunstpädagogin Karoline Drescher. Sowohl die teilnehmenden Schulklassen als auch die Workshop-Anbieter werden von einer Jury ausgewählt. In Bönningstedt war Industriedesigner und Innovationsberater Nicolas Uphaus zu Gast. „Normalerweise biete ich solche Workshops in Unternehmen an“, erklärt der Designer, doch gestern Vormittag staunte er über die Fantasie der Schüler.

Fünf Gruppen nahmen dabei Produkte des täglichen Lebens auseinander – im wahrsten Sinne des Wortes: „Wir haben festgestellt, dass alle Geräte auch ohne Gehäuse funktionieren“, stellte die Projektgruppe fest, die ein Radio, einen USB-Stick, einen MP3-Player und ein Handy zerlegt hatten.
 

Bei der näheren Betrachtung entstanden schnell Verbesserungsvorschläge. „Das Display des MP3-Players ist viel zu klein, auch die Tasten sind winzig und ein Mini-Lautsprecher könnte auch eingebaut werden“, so die Ideen der Gruppe.

Mit neuen Funktionen und Apps fürs Mobiltelefon beschäftigte sich eine weitere Gruppe. „Eine Ortungs-App mit Sprachsteuerung“, so lautete ein Vorschlag, den die Schüler so erklärten: „Wenn ich mein Telefon verlegt habe, rufe ich einfach ‚Wo bist du‘ und das Handy antwortet mir dann.“ In eine ähnliche Richtung ging der Vorschlag des „Telefons mit Persönlichkeit“, also eine Art High-Tech-Freund, mit dem man sich unterhalten kann. Doch die Schüler erkannten auch die damit verbundene Gefahr der Verselbstständigung künstlicher Intelligenz, die sie mit dem Begriff „Handys wollen die Weltherrschaft“ auf den Punkt brachten.

Die weiteren Gruppen befassten sich mit Trinkgefäßen und Regenschutz. „Für Motorrad- und Radfahrer wäre ein Helm mit integriertem Gefäß und Strohhalm praktisch, dann brauchen sie die Hände nicht vom Lenker zu nehmen“, schlugen die Schüler vor. Flaschen mit Griff, die nicht aus der Hand rutschen, „ähnlich wie Babyflaschen“, oder auch faltbare Gefäße waren weitere Vorschläge.

„Eine Mütze mit integriertem Schirm“ war die eine Idee der „Wetterschützer“. Die andere hieß „Strahlomat 3000“ und beschrieb einen Rucksack, aus dem dann ein Strahlenschild herauskommt, sobald es anfängt zu regnen.

In der Abschlussrunde zeigte sich, dass den Schülern dieser ganz andere Unterricht gut gefallen hatte. „Die Abwechslung hat Spaß gemacht“, sagte ein Schüler, ein anderer lobte das gute Arbeitsklima. Auch für Uphaus war der Projekttag ein Erfolg. „Viele Schüler sind den Freiraum, den sie bei solchen Experimenten haben, nicht gewohnt“, stellte er fest. Doch die Bönningstedter Jugendlichen konnten offenbar gut damit umgehen und in kreativer Atmosphäre eigene Ideen entwickeln.

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