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Quickborn : Schokoladen-Gelände ohne Johanniter-Schule

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Die Verwaltung ist stinksauer: Der Johanniter-Regionalverband Hamburg hat die Pläne begraben, auf dem Gelände der ehemaligen Schokoladenfabrik am Justus-von-Liebig-Ring eine Privatschule zu bauen.

shz.de von
erstellt am 19.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Vor Weihnachten lässt die Quickborner Verwaltung die Bombe platzen: Die Johanniter werden keine Schule auf dem Gelände der ehemaligen Schokoladenfabrik bauen. „Definitiv nicht. Es ist ein unangenehmer Zustand“, sagte Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) am Rande eines Pressegesprächs auf Anfrage dieser Zeitung. „Alles ist wieder auf null zurückgesetzt“, sagte der Verwaltungschef. Soll heißen: Es muss neu geplant und politisch darüber abgestimmt werden, was auf der etwa drei Hektar großen Fläche gebaut werden soll.

Wie berichtet, wollten die Johanniter dort ursprünglich bis zum Sommer 2014 für 18 Millionen Euro eine komplett neue Schule bauen, in der 2023 die ersten Schüler sogar ihr Abitur machen sollten. Doch von diesem Projekt haben sich die Johanniter stückweise verabschiedet. Nur der Hamburger Investor Lorenz, der die andere Hälfte des Geländes für altenbetreutes Wohnen nutzen will, ist nicht abgesprungen und bekommt jetzt den ganzen „Kuchen“. „Wir haben die Fläche an unsere Partner zurückgegeben“, bestätigte gestern Johanniter-Pressereferentin Maria Egleder. Der Haken jedoch ist, dass die Politik damals einstimmig nur für das Konzept Wohnen und Schule gestimmt und klargestellt hatte: Wenn ein Teil wegbricht, gibt es das Konzept nicht mehr. Genau das ist jetzt eingetreten.

Deswegen ist die Verwaltung auch stinksauer: „Die Johanniter haben uns wahnsinnig viel Zeit gekostet. Sie haben uns nicht mitgeteilt, was sie wollen“, sagte Fachbereichsleiterin Friederike Walter. Ob die Grundschule überhaupt noch in Quickborn gebaut wird – die Verwaltung weiß es nicht. „Da müssen Sie die Johanniter selbst fragen“, sagte Walter. „Wir suchen weiter nach einem neuen Grundstück oder nach einem Bestandsgebäude in Quickborn“, versicherte die Pressereferentin. Die Johanniter lassen somit nicht ab von ihren Plänen, eine Privatgrundschule in der Stadt zu bauen.

Doch auf dem Schoko-Gelände ist Lorenz am Zug: „Der Investor muss uns jetzt sagen, was er dort machen will. Wir stehen bereits mit ihm in Kontakt“, sagte die Fachbereichsleiterin. Dann würden die neue Pläne wieder der Politik vorgelegt, die darüber abstimmen muss. Fest steht allerdings auch, dass Lorenz nicht nur Wohnungen auf dem Gelände bauen darf. Da das Gebiet für Gewerbe vorgesehen ist, war die Schule als Puffer zu den Wohneinheiten gedacht. „Ich könnte mir dort ein Bürogebäude als Puffer vorstellen. Man muss jetzt kreativ sein“, sagte der Bürgermeister.

Privatschule: Chronik eines Desasters

2006: Erste Pläne für eine Privatschule in Quickborn.

August 2010: Johanniter-Privatgrundschule startet in der ehemaligen Polizeistation an  der Pinneberger Straße.

Dezember 2011: Johanniter kaufen das ehemalige Schokoladenfabrikgelände. Mit am Bord ist der Hamburger Investor Lorenz, der neben der Schule  Wohnungen für  Betreutes Wohnen anbieten will.

August 2012: Schüler aller drei Jahrgänge ziehen von  der ehemaligen Polizeistation in Container; Interimslösung soll zwei Jahre dauern.

März 2013: Johanniter kippen aus Kostengründen Neubaupläne für eine große  Privatschule mit gymnasialer Oberstufe.

April 2013: Johanniter halten sich die Option offen, eine kleinere Schule auf dem Gelände  der ehemaligen Schokoladenfabrik zu bauen. Gleichzeitig wird ein Makler beauftragt, nach einem anderem  Alternativgrundstück in Quickborn zu suchen.

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