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Hermann-Löns-Grundschule : Schlichter auf dem Pausenhof

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Die Ellerbeker Grundschule setzt auf Mediation. Unter anderem dafür hat die Einrichtung den Titel „Zukunftsschule“ erhalten.

Ellerbek | „Wir Erwachsenen denken manchmal viel zu kompliziert – Gleichaltrige finden oft einfache, sehr pragmatische Lösungen bei Konflikten“, fasst Ellerbeks Schulsozialpädagogin Vicky Lodemann das zusammen, was acht Grundschüler den zahlreichen interessierten Eltern und Großeltern präsentierten: Die Vermittlung zwischen Schulkameraden, die sich streiten.

Das Projekt „Streitschlichter“ an der Hermann-Löns-Grundschule gehört seit mehreren Jahren zur Gewalt-Prävention und trug dazu bei, dass die Einrichtung den Titel „Zukunftsschule“ verliehen bekam. Einmal im Jahr laden die jungen Mediatoren ein, um im „Streitschlichter-Café“ anhand von Rollenspielen zu zeigen, was sie im Lauf der einjährigen Ausbildung gelernt haben.

Und das sahen die Zuschauer: Zwei Streithähne betreten den Raum und werden vom zweiköpfigen Schlichter-Team aufgefordert, sich zu setzen. „Wir erklären euch jetzt die Regeln: einander ausreden lassen, keine schlechten Wörter benutzen und Alles, was besprochen wird, bleibt unter uns“, so der Gesprächsbeginn.

Dann werden die Kontrahenten aufgefordert, nacheinander zu erzählen, was der Grund für die Streiterei war. Ein Würfel, auf dem verschiedene Szenen dargestellt sind, soll dabei helfen, die eigenen Gefühle zu verbalisieren. „Jetzt wenden wir die 1-2-3-Regel an, die geht so: Erst die Verletzung benennen, dann die Gefühle äußern und schließlich sagen, was du dir jetzt wünschst“, erklären die kleinen Mediatoren – und siehe da: das „Du hast mir die Banane geklaut, da war ich sehr wütend auf dich“, kommt viel einfacher über die Lippen. Und in den meisten Fällen wünschen sich die Kinder, dass wieder Frieden herrscht.

„Es geht nicht darum, herauszufinden, wer angefangen hat oder wer Recht hat“, erklärt Lodemann. Wichtiger sei, dass beide erkennen, einen Fehler gemacht zu haben. Die Streitschlichter sollten helfen, dass beide wieder aufeinander zugehen könnten. „In einem Vertrag wird festgehalten, wie sich die Parteien geeinigt haben und ob es ein Nachtreffen geben soll“, beschreibt Lodemann die weitere Vorgehensweise. „Und wenn Streitschlichter sich streiten?“, will ein Kind wissen. „Dann gehen sie zu ihren Kollegen“, so die prompte Antwort der Kinder.

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erstellt am 11.Feb.2014 | 16:00 Uhr

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