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Quickborner Tageblatt

16. Dezember 2017 | 19:57 Uhr

Historie : Sah so die Marienkirche aus?

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Mit hoher Wahrscheinlichkeit lässt sich jetzt sagen, wie der Vorgänger des jetzigen Gebäudes aussah.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2014 | 14:30 Uhr

Quickborn | Ein Geheimnis der Quickborner Marienkirche ist gelüftet: Mit hoher Wahrscheinlichkeit lässt sich jetzt sagen, wie der Vorgänger des jetzigen Gebäudes aussah. Die im Jahr 1589 gebaute Kirche wurde vor 200 Jahren abgerissen, weil sie baufällig war. Seitdem steht das neue Gotteshaus im klassizistischen Stil im Zentrum von Quickborn. Auf Spurensuche gemacht hatte sich Hartmut Ermes, Vorsitzender des Kirchengemeinderats.

Bisher hielt man sich in den vergangenen Chroniken noch bedeckt seitens der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde. Dort stand, dass es weder eine Beschreibung noch gar eine bildliche Darstellung dieser Kirche gebe. Der Grund dafür ist simpel: „Quickborn war einfach so fürchterlich klein, dass es keine Bedeutung hatte“, erklärt Ermes. „Hier war alles Moorgebiet.“ Es war zwar eine sehr arme Gemeinde – aber mit einem eigenen Gotteshaus. „Beim Bau der neuen Kirche gab es gerade mal 700 Einwohner, als die erste Kirche entstand vor 425 Jahren, waren es gerade mal geschätzte 300.“

Nach längerer Recherche wurde Ermes trotzdem fündig: „Wir wissen nun wie die Kirchen aussahen, die um 1589 in Schleswig-Holstein standen.“ Nach Aussagen des stellvertretenden Landeskonservators Dirk Jonkanski aus Kiel könnte die erste Quickborner Kirche so ausgesehen haben, wie das 1550 in Fuhlenhagen im Herzogtum Lauenburg gebaute Gotteshaus.

Per Zufall war Ermes bei seinen Recherchen in einem Buch auf die Kirche gestoßen. Und sie entsprach genau der Beschreibung, die man in den Unterlagen in Quickborn fand: ein Holz-Fachwerk-Bau mit hölzernen Schindeln, ohne Turm, aber mit bunten Glasfenstern ausgestattet. Für die etwa 200 Pfund schwere Glocke wurde an der Westseite ein Dachreiter angebaut. Genauso sieht auch die Kirche in Fuhlenhagen aus.

Ermes fuhr hin und machte viele Fotos von dem Doppelgänger in der Nähe. In diesem Jahr jährt sich die Einweihung der ersten Quickborner Kirche zum 425. Mal. Das sei der Grund gewesen für die Recherche. Das Faszinierende sei, dass es mal eine andere Kirche gab, und dass man nun ein Bild zu der Vorstellung habe. „Das ist das Größte, das uns als Kirchengemeinde passieren konnte.“

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