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Quickborner Tageblatt

16. Dezember 2017 | 06:32 Uhr

Quickborn : Ruhestätte für treue Hunde

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Seit 1968 gibt es den Tierfriedhof am Quickborner Himmelmoor. 200 Euro kostet die anonyme Bestattung.

shz.de von
erstellt am 11.Aug.2014 | 10:00 Uhr

Quickborn | Für viele Menschen sind sie jahrelang die treusten Wegbegleiter: Haustiere nehmen immer häufiger einen wichtigen Platz im Leben der Zweibeiner ein. Umso tiefer betroffen sind die Besitzer, wenn ihre tierischen Gefährten sterben. „Das ist ein großer Verlust“, erklärt Susan Beddig, „und für die meisten Menschen ist es nur schwer vorstellbar, ihre Tiere in die Verwertung zu geben“.

Seit 1968 gibt es den Tierfriedhof am Himmelmoor, den Beddig seit dem Tod ihres Mannes weiterbetreibt. Von ihrem großen, etwa drei Hektar umfassenden Grundstück hatte das Ehepaar damals rund 4000 Quadratmeter abgetrennt, um dort Tiere inmitten der Natur bestatten zu können. Zwischen Bäumen und Sträuchern finden die besten Freunde des Menschen ihre letzte Ruhestätte – dabei macht es für Beddig keinen Unterschied, ob die Besitzer ihren Hund, ihre Katze oder ihren Wellensittich beerdigen möchten.

„Viele Menschen erkundigen sich vorher oder gucken sich den Friedhof an“, erklärt die ehemalige Meeresbiologin, die gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten das Gelände in Schuss hält. „Wir mähen den Rasen und harken Laub – professionelle Grabpflege können wir aber nicht bieten“. Eine aufwändige Zeremonie würden aber die wenigsten Menschen wollen. „Sie sind nur froh und erleichtert, dass ihre Tiere hier würdig begraben werden“, so Beddig. Wer noch über sein Tier sprechen möchte – über sein Wesen oder die letzte schwere Krankheit – für den hat die Rentnerin stets ein offenes Ohr. Sie sei zwar keine Trauerbegleiterin, „aber natürlich habe ich viel Mitgefühl“, sagt Beddig, die selbst zwei Hunde hat und auch schon eigene Vierbeiner begraben musste.

Obwohl auf dem Friedhofsgelände einige Grabsteine stehen, würden die meisten Tierhalter inzwischen eine anonyme Beerdigung vorziehen. „Das passt auch gut zu dem naturhaften Charakter des Friedhofs“, erklärt die 67-Jährige. Die Tiere werden dabei in den weitläufigen Rasenflächen beigesetzt. 200 Euro kostet die anonyme Bestattung auf dem ältesten noch betriebenen Friedhof in und um Hamburg, ein Reihengrab kann für ebenfalls 200 Euro für die Zeit von fünf Jahren gepachtet werden.

Dass manche Menschen ihre Tiere lieber im eigenen Garten begraben wollen, versteht Beddig sehr gut. „Viele haben dazu leider nicht die Möglichkeit oder sind einfach glücklich, hier einen Platz zu haben, an den sie auch nach einem Umzug kommen können.“

Hundefriedhof am Himmelmoor Ansprechpartner: Susan Beddig; Am Himmelmoor 2; 25451 Quickborn-Renzel; Telefon: 04106-4664; hundefriedhofamhimmelmoor.de
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