Quickborn : Riesenmasten: Schule bleibt verschont

Stadt und Netzbetreiber Tennet einigen sich auf Kurzverschwenk der geplanten Stromtrasse, die Klage vor Gericht wird zurückgezogen

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15. März 2014, 16:55 Uhr

Der Runde Tisch zeigt Wirkung: Die Stadt Quickborn und der Netzbetreiber Tennet haben sich außergerichtlich auf einen Kurzverschwenk der Riesenmasten geeinigt. Auch die Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht (BVG) in Leipzig will die Stadt zurückziehen. Das teilte die Verwaltung gestern mit.

Die Einigung bedeutet, dass das Quickborner Elsensee-Gymnasium von den Riesenmasten verschont bleibt. Auch die Anwohner am Peperkamp können aufatmen. Die Stromtrasse wird nun nicht in unmittelbarer Nähe an ihren Grundstücken vorbeilaufen, sondern etwa 90 Meter entfernt.

2013 hatte der Netzbetreiber Tennet bereits grünes Licht vom Land Schleswig-Holstein bekommen, die etwa 30 Kilometer lange 220-kV-Leitung, die von Hasloh über Quickborn, Borstel-Hohenraden und Kummerfeld in Richtung Moorrege führt, auf eine 380-kV-Leitung aufzurüsten. Sehr zum Ärger der Eulenstädter, denn dort führt die Trasse dicht an Häusern sowie dem Elsensee-Gymnasium und dem Sportplatz vorbei. Stadt und Anlieger wollten vor Gericht erreichen, dass die hochgerüstete Leitung mit einem Verschwenk gebaut wird oder Erdkabel verwendet werden, um die Anwohner und Schüler vor magnetischer Strahlung zu schützen (diese Zeitung berichtete).

Obwohl Tennet bereits mit der Aufrüstung der Trasse in Quickborn hätte beginnen können, starteten die Bauarbeiten vor kurzem in Kummerfeld. Das BVG hatte zuvor die Anträge der Stadt und privater Wohnanlieger abgelehnt, den Baubeginn der 380-kV-Stromtrasse so lange aufzuschieben, bis über die eigentlichen Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss entschieden worden ist.

Unterdessen liefen in Quickborn die Verhandlungen am Runden Tisch weiter, denn für den Schwenk der Trasse mussten auch Grundstückseigentümer Teile ihrer Areale zur Verfügung stellen. Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, Tennet-Sprecher Alexander Greß wollte den Kompromiss vorerst nicht kommentieren.

Info: Donaubauweise

Im Rahmen des Projekts 380-kV-Freileitung Hamburg/Nord –Dollern werden insgesamt 87 Masten errichtet und 96 Masten demontiert. Für den Ersatzneubau im Trassenverlauf der bestehenden 220-kV-Freileitungen ist vorwiegend ein Stahlgittermast nach „Donaubauweise“ (Zweiebenenmast) vorgesehen. Er ist – in der Standardform – durchschnittlich 52 Meter  hoch und besitzt zwei Traversen, von denen die untere je Seite etwas  14 Meter  breit ist. Der Mast steht in der Regel auf vier einzelnen Fundamenten (Pfahlgründungen), die an den Kanten etwa 9 bis 13 Meter auseinander liegen. Quelle: Tennet

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