Neue Ratsversammlung : Quickborns Politik: Jünger, aber immer noch männlich

39 Männer und Frauen werden bis 2023 über die Zukunft der Stadt bestimmen. Die Frauen sind in Elmshorn deutlich in der Unterzahl.

39 Männer und Frauen werden bis 2023 über die Zukunft der Stadt bestimmen. Die Frauen sind in Elmshorn deutlich in der Unterzahl.

Neue Quickborner Ratsversammlung nimmt ihre Arbeit auf. Grüne und FDP sind Spitzenreiter in Sachen Frauenquote.

shz.de von
27. Juni 2018, 14:00 Uhr

Quickborn | Die Quickborner XXL-Ratsversammlung – mit 38 Mitgliedern aus vier Parteien ist sie so groß wie nie zuvor. Und sie bleibt auch in dieser Wahlperiode eine Männerdomäne: Zwölf weiblichen Abgeordneten stehen 26 männliche gegenüber. Am Montagabend trafen sie sich zur konstituierenden Sitzung und dürften sich ein wenig wie in der Schule gefühlt haben. Grund: Die Sitzordnung musste wegen der Größe des Gremiums verändert werden. Das zu den Zuschauerplätzen hin geöffnete Halbrund besteht jetzt aus zwei Tischreihen hintereinander auf beiden Seiten. Der Kontakt zu den Zuschauern bleibt.

So wie die Frauen klar in der Unterzahl sind, gibt es nach wie vor vergleichsweise wenig junge Leute in der Ratsversammlung. 23 Mitglieder sind älter als 50 Jahre. Mit zehn Abgeordneten stärkste Gruppe ist die der über 60-Jährigen. Ältestes Ratsmitglied ist Wolfgang Tröger (79, SPD), jüngste Mitglieder sind Tom Lenuweit (18, SPD) und Max Meyer-Breckwoldt (18, FDP). Interessant ist der Blick auf das Verhältnis von Männern und Frauen in den einzelnen Fraktionen.

>CDU – Zwei Frauen in der stärksten Fraktion: Die Unionsfraktion ist klar männlich dominiert. Nur zwei der 14 Sitze übernehmen Frauen, nämlich Anna-Maria Klüver und Annegret Tegen. Ein grundsätzliches Problem, wie Parteivorsitzender Bernd Weiher schon vor der Kommunalwahl mehrfach betont hatte. Die Partei findet demnach kaum Frauen, die Politik machen möchten, obwohl sie gute Chancen auf ein Mandat hätten. Damit steht die Partei nicht allein.

Die SPD verliert kurzfristig eine Frau: Drei Frauen hätten es nach dem Willen der Wähler sein sollen, zwei sind es nach dem überraschenden Rückzug von Ingrid Cloyd-Nuckel geworden: Auch in der SPD, mit neun Sitzen die zweitstärkste Fraktion, sind die Männer deutlich in der Überzahl. Immerhin liegt die Frauenquote mit 22 Prozent über der der CDU. Und an der Fraktionsspitze steht mit Astrid Huemke eine Frau.

> FDP setzt gleichberechtigt auf beide Geschlechter: Die Liberalen schaffen bei acht Sitzen eine Frauenquote von 50 Prozent und setzen an der Fraktionsspitze mit Landtagsabgeordneter Annabell Krämer ebenfalls auf eine Frau.

> Fraktion der Grünen ist klar weiblich: Bündnis 90/Die Grünen sind nicht zu toppen: Sieben Mitglieder hat die Fraktion, darunter vier Frauen. Das entspricht 57 Prozent. Im Fraktionsvorsitz spiegelt sich das allerdings nicht wider. Heinrich Kut übernimmt die Führung.

>Die Ausschussvorsitzenden und ihre Stellvertreter: In Quickborn wird die politische Sacharbeit vor allem in den sechs Ausschüssen geleistet. In der kommenden Wahlperiode leitet Gerhard Teepe (SPD) den Hauptausschuss, sein Vertreter ist Bernd Weiher (CDU). Den Finanzausschuss leitet Dirk Salewsky (Grüne), sein Stellvertreter ist Mirko Beckmann (CDU). Bernd Kleinhapel (CDU) übernimmt den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt, sein Stellvertreter ist Julian Huemke. An der Spitze des Ausschusses für Bildung, Kultur und Freizeit steht Astrid Huemke (SPD), Ines Glatthor (FDP) übernimmt die Stellvertretung. Bernd Weiher leitet zukünftig den Ausschuss für Kinder, Jugend und Soziales. Sein Stellvertreter ist Daniel Grosser (SPD). Jürgen Scharley (FDP) schließlich steht an der Spitze des Ausschusses für kommunale Dienstleistungen. Sein Stellvertreter ist Alfred Haack (Grüne).

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen