Interkultureller Treffpunkt : Quickborner Willkommen-Team pachtet Garten

Kleine Pause bei Kaffee und Kuchen nach einigen Stunden Arbeit im interkulturellen Garten: Christian Rohde (Diakonie, von links), Maren Treu (WTQ), Reza Hashami sowie WTQ-Vizechef Rainer Guthknecht.
Kleine Pause bei Kaffee und Kuchen nach einigen Stunden Arbeit im interkulturellen Garten: Christian Rohde (Diakonie, von links), Maren Treu (WTQ), Reza Hashami sowie WTQ-Vizechef Rainer Guthknecht.

Auf dem Quickborner Kleingartengelände entsteht ein neuer Treffpunkt. Vier Flüchtlingsfamilien bewirtschaften je eine Teilfläche.

shz.de von
23. Juli 2018, 12:00 Uhr

Quickborn | Auf Initiative der Quickborner Flüchtlingskoordinatorin Mirija Mullikas (Foto) und der ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuerin Maren Treu hat das Willkommen-Team Quickborn (WTQ) eine Kleingartenparzelle in der Renzler Straße gepachtet. Hier entsteht ein interkultureller Garten mit dem Ziel, Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion zusammenzubringen. Möglich wird das Projekt durch die Kooperation mit der Diakonie und dem Kleingartenverein Quickborn.

Kleingartenvereinsvorsitzender Uwe Heyn (rechts) im Gespräch mit Rainer Guthknecht.
Ruth Baudisch
Kleingartenvereinsvorsitzender Uwe Heyn (rechts) im Gespräch mit Rainer Guthknecht.
 

„Ein Garten ist wie ein gesellschaftlicher Raum, in dem sich Migranten und Einheimische auf Augenhöhe begegnen können“, sagte Mullikas. Über den gemeinsamen Spaß an der Arbeit im Freien, am Säen und Pflanzen sei es leicht, mit Nachbarn ins Gespräch zu kommen. Die Idee ist nicht neu, interkulturelle Gärten gibt es bereits seit rund 20 Jahren. Im Kreis Pinneberg allerdings sind sie bislang eine Seltenheit. 

455 Quadratmeter groß ist die Parzelle, die Kleingartenvereinsvorsitzender Uwe Heyn dem Willkommen-Team anbieten konnte, nachdem dessen Mitglieder ihm ihre Idee unterbreitet hatten. Treu ist glücklich über die reibungslose Zusammenarbeit. „Wir sind mit offenen Armen und sehr freundlich aufgenommen worden. Das habe ich gar nicht erwartet“, sagte sie. Für sie und Mullikas ist dieses Entgegenkommen auch Verpflichtung. Die vier Familien, denen jeweils ein Teilstück mit einer Größe von 45 Quadratmetern übertragen wird, müssen sich an die Gartenordnung halten und sollen nicht nur das eigene Beet, sondern auch die Gemeinschaftsfläche sauber halten.

Flüchtlingskoordinatorin Mirija Mullikas hat den Treffpunkt initiiert.
Ruth Raudisch

Flüchtlingskoordinatorin Mirija Mullikas hat den Treffpunkt initiiert.

 

„Die Parzelle ist mehr als zwei Jahre nicht genutzt worden, und wir haben jetzt angefangen, sie urbar zu machen“, sagte Treu. Drei Termine waren nötig, gut 20 Helfer konnte sie zusammentrommeln, darunter auch die Familien, die jeweils ein Beet übernehmen werden. „Wir haben darauf geachtet, dass es Migranten sind, die sich gut verständigen können, gut integriert sind und Lust haben, sich einzuarbeiten“, so Mullikas. Immerhin müssten sie im Verein auch Gemeinschaftsarbeit leisten. Dass es gut laufen wird mit dem interkulturellen Garten, daran hat die Flüchtlingskoordinatorin keinen Zweifel.

Gemeinschaftsplatz geplant

Die zukünftigen Nutzer werden mit der Gartenordnung und dem Nutzungsvertrag vertraut gemacht, wissen, welche Kosten auf sie zukommen und wie die Parzelle gestaltet wird. Die gestalterische Planung hat die Bauingenieurin Kathrin Bevernitz übernommen. In ihren Zeichnungen sieht sie auch einen Dorf- oder Gemeinschaftsplatz vor, eine Fläche, auf der bis vor einigen Tagen noch ein heruntergekommenes Schrebergartenhäuschen stand.

Nun könnte dort Rasen angesät und vielleicht einmal ein Carport als Unterstand aufgebaut werden, gedacht als Treffpunkt für Zusammenkünfte am runden Tisch und Platz zum Feiern. „Noch ist die Finanzierung dafür nicht gesichert, aber das wird sich geben“, sagte Mullikas. Richtig los geht es ohnehin erst im nächsten Jahr, wenn die Teilflächen bepflanzt und eingesät werden können. Zum Auftakt ist ein Gartenfest mit Köstlichkeiten aus aller Welt geplant.

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