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Neuer Gebetsraum : Quickborner weihen erste Moschee ein

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Die Türkisch Islamische Gemeinde freut sich über ein eigenes Gebäude in Quickborn.

von
erstellt am 10.Mai.2016 | 16:30 Uhr

Quickborn | Seit Sonntag gibt es in Quickborn eine Moschee. Die Türkisch Islamische Gemeinde Quickborn hat in der Bahnstraße 138 feierlich ein Gotteshaus eingeweiht. „Es soll ein neutraler und offener Raum sein, um zusammenzukommen, egal ob es Christen, Juden oder Moslems sind“, sagte der Vorsitzende Ali Yildiz gestern im Gespräch mit dieser Zeitung. Diese Freiheit zeige sich auch äußerlich: „Manche unserer Frauen tragen Kopftücher, andere nicht“, erläuterte der Vorsitzende. Ziel sei nicht das Einhalten einer Kleiderordnung, sondern Offenheit. Im Gebetsraum müssen die Frauen aber ihre Häupter bedecken.

Der Verein zählt sich nicht zu einer bestimmten Richtung der islamischen Religion. Er gründete sich 2013 und schloss sich dem Landesverband Hamburg der Türkisch Islamischen Union der Anstalt für Religion (Diyanet Isleri Türk Islam Birligi DITIB) an. Im Februar 2015 übernahm Yildiz den Vorsitz der Quickborner Gemeinde. Zwei Monate später ließ er sie beim Amtsgericht Elmshorn als Verein eintragen und mietete Räume im Hinterhof einer Gaststätte an der Bahnstraße an. „Aber das war kein Zustand“, bemerkte Yildiz.

Die 37 Mitglieder erwarben daher ein Einfamilienhaus mit einer Fläche von etwa 90 Quadratmetern, das sie sanierten und umbauten. Im Obergeschoss lebt der aus der Türkei abgeordnete Imam Halil-Ibrahim Yildrim. Im Untergeschoss richtete sich die Gemeinde einen Gebetsraum ein. An den Wochenenden besuchen etwa 25 Kinder im Alter von fünf bis 15 Jahren eine Koranschule im Haus. Der Imam unterrichtet die Jungen, die Imamin Bircan Potuk aus dem Vorstand lehrt die Mädchen. Es gibt auch gemeinsame Schulstunden. Zwei Helfer beaufsichtigen die Kindern während der Pausen.

Freitagnachmittags treffen sich Besucher ab 15 Jahren in einer Jugendgruppe. Sonnabends fahren sie regelmäßig nach Kaltenkirchen in einer Sporthalle zum Fußballspielen. Yildiz hat bei der Stadt beantragt, einen Fußballplatz in Quickborn nutzen zu dürfen. Im Garten des weitläufigen Grundstücks will er einen Spielplatz anlegen.

Der Imam hält an wöchentlich sechs Tagen im Erdgeschoss jeweils fünf Gebetszeiten ab. Ein Vorhang im Gebetsraum trennt Männer und Frauen voneinander. Das schreibe der Koran vor, erläuterte Yildiz. Er ließ aber einen Plasma-Bildschirm aufstellen, damit die Frauen den Imam sehen können. Die Gebetsstunde am Freitagmittag wird mit 25 bis 30 Gästen besonders gut besucht. Auch etwa acht bis zwölf Flüchtlinge aus Syrien, Pakistan und Afghanistan nehmen daran teil. Eine Vorstandssitzung hält der Verein einmal monatlich ab. Die Mitglieder versammeln sich alle drei Monate.

Bei der Einweihungsfeier überbrachte der Attaché Atese Cahit Kucukyildiz Grüße des türkischen Konsulats in Hamburg. Astrid Huemke, Vorsitzende der Quickborner SPD-Fraktion, vertrat Bürgermeister Thomas Köppl (CDU).

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