Politik : Quickborner SPD ringt um Themen und Quoten

Die Quickborner SPD disktutierte während ihrer Mitgliederversammlung über Positionen und eine Frauenquote.
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Die Quickborner SPD diskutierte während ihrer Mitgliederversammlung über Positionen und eine Frauenquote.

Die Sozialdemokraten ziehen mit einer Frau an der Spitze in den Wahlkampf. Aber es herrscht Uneinigkeit über thematische Schwerpunkte.

shz.de von
19. Januar 2018, 12:00 Uhr

Quickborn | Vor dem Hintergrund der Ereignisse im politischen Berlin und in Vorbereitung auf die Kommunalwahl hat in der Quickborner SPD eine Diskussion über Positionen und Frauenquote begonnen. Dabei geht es auch um die Frage, mit welchen Themen die Sozialdemokraten in der Eulenstadt bei den Wählern punkten wollen und ob typische sozialdemokratische Forderungen wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder soziale Gerechtigkeit im Wahlprogramm zwingend genannt werden müssen. Kritik gibt es außerdem an der Platzierung der Frauen auf der Liste. 

Unstrittig war während der Mitgliederversammlung am Mittwoch allerdings die Besetzung des Spitzenplatzes: Die amtierende Fraktionsvorsitzende Astrid Huemke wird die Genossen in den Wahlkampf führen. Hinter ihr gibt es nur noch eine Frau, die wohl sicher in die neue Ratsversammlung einziehen wird: Ingrid Cloyd-Nuckel steht auf Listenplatz vier. Der Einzug von Daniela Ziri (Listenplatz neun) und Heidi Ploog-Weltz (Listenplatz zehn) ist bei aktuell acht Sitzen in der Ratsversammlung zumindest fraglich. Chancenlos ist Renate Hensel auf Listenplatz 18.

Zu den erklärten Befürwortern einer Frauenquote gehört Bernd Sengstock. „Wir haben sehr gute Frauen, für die ich mir eine bessere Platzierung wünsche“, sagte er und warb für eine Umstellung der Liste. „Wir sollten uns aus der paritätischen Besetzung nicht rausmogeln und den Reißverschluss von oben nach unten ziehen, soweit es eben geht.“ Zwar stand er mit seiner Forderung nicht allein, konnte sich aber dennoch nicht durchsetzen. Und so belegt Wolfgang Tröger nun Platz zwei, gefolgt von Julian Huemke auf Platz drei, Karl-Heinz Marrek, Tom Lenuweit, Gerhard Teepe und Dirk Rust auf den Plätzen fünf bis acht, Jürgen Weltz, Linus Roggenkamp, Daniel Grosser, Dirk Frehsdorf, Olaf Nuckel, Bernd Sengstock und Thomas Schnelle auf den Plätzen elf bis 17 sowie Jürgen Asmussen, Horst Ziri und Christian Bergmann auf den Plätzen 19, 20 und 21.

Lenuweit (18), Roggenkamp (22) und Grosser (36) sind die jüngsten Kandidaten. Tom Lenuweit ist sogar der bundesweit jüngste SPD-Ortsvereinsvorsitzende. Ploog-Weltz bringt eine Menge kommunalpolitische Erfahrung aus Hamburg mit. Sie war lange in der SPD der Hansestadt aktiv, verfehlte den Einzug in die Hamburgische Bürgerschaft zuletzt nur knapp, gilt als streitbar und unbequem. Uneins sind sich die Quickborner SPD-Mitglieder auch in der Frage der inhaltlichen und formalen Gestaltung des Wahlprogramms. Während etwa die Hälfte der anwesenden Mitglieder prägnante Schlagwörter ohne nähere Erläuterungen bevorzugt, ganz so, wie es eine Gruppe um den Ortsvereinsvorsitzenden Lenuweit vorgeschlagen hat, möchte die andere Hälfte bei der traditionellen Form bleiben: Die wichtigsten Thesen werden kurz erläutert. Lenuweit warb für einen neuen Weg. „Die Erklärungen haben uns in den vergangenen Jahren auch nicht geholfen. Jetzt müssen wir Neuland betreten und etwas wagen“, sagte er, will die wichtigsten Thesen allerdings im Internet genauer erläutern.

Hinzu kommt Gesprächsbedarf bei den inhaltlichen Forderungen. Noch fehlt die Feinabstimmung, aber Themen wie der Ausbau von Naturschutz und Naherholung, Barrierefreiheit im öffentlichen Raum oder der Ausbau der E-Mobilität dürften es in die Endversion schaffen. Im Februar soll das Programm stehen.

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