Ulzburger Landstraße : Quickborner sorgen sich um eine mögliche Sperrung der A7-Brücke

Marion Schenk ist dabei, mit ihrem Blumenladen in das Stammhaus an der Ulzburger Landstraße  zurückzukehren. Nun hat sie Angst, dass sie ein Fiasko erlebt und sammelt Unterschriften.
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Marion Schenk ist dabei, mit ihrem Blumenladen in das Stammhaus an der Ulzburger Landstraße zurückzukehren. Nun hat sie Angst, dass sie ein Fiasko erlebt und sammelt Unterschriften.

Nach einem Expertenvorschlag berät die Stadt darüber, die Brücke nur noch für den von Süden kommenden Verkehr zu öffnen.

shz.de von
17. Januar 2018, 12:00 Uhr

Quickborn | Unter den Anliegern entlang der Ulzburger Landstraße wächst die Kritik an der geplanten Einbahnstraßenregelung im Bereich der Autobahnquerung Ulzburger Landstraße. Die Stadt möchte damit einen Vorschlag von Verkehrsexperten umsetzen, der aus einem im Dezember vorgestellten Gutachten mit dem Titel „Stadt Quickborn – Studie zu alternativen Netzkonfigurationen“ hervorgeht. Er sieht vor, die Brücke nur noch für den von Süden kommenden Verkehr zu öffnen. Wer von nördlich der Brücke kommt, wird über Schmalmoorweg, Ohlmöhlenweg und Feldbehnstraße geführt.

Folgen die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt der Idee, wird die Verwaltung zunächst eine Arbeitsgruppe bilden, der außer Mitarbeitern des Rathauses auch Vertreter der Verkehrsbehörde, der Polizei und der mit dem Ausbau der A 7 beauftragten Firma Via Solutions Nord angehören sollen. Für Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) ist das ein guter Weg, um das Sicherheitsproblem für Radfahrer und Fußgänger auf der lediglich 4,90 Meter breiten Brücke zu lösen. Sie würden von Autofahrern bedrängt, angehupt und waghalsig überholt, sagte er. „Im Ohlmöhlenweg ist es für Radfahrer ähnlich problematisch. Sie werden auf die Banketten gedrängt und eingestaubt“, so Köppl. Deshalb sei der Weg keine Alternative für Radfahrer. Hinzu komme, dass die Brücke auch von Fahrzeugen genutzt werde, die wegen ihrer Breite nicht zugelassen sind, also Lastwagen und Sprinter. „Dann wird der Begegnungsverkehr gefährlich, und deshalb haben wir auf der Brücke ständig Bagatellunfälle“, sagte er.

Zu den Gegnern einer Einbahnstraßenregelung gehört Anwohner Siegfried Wölms. „Jahrelang gab es kein Problem mit der Brücke. Wenn es hier vermehrt zu Unfällen kommt, macht es Sinn, erstmal die Kontrollen zu verstärken oder die Geschwindigkeit noch weiter runter zu regulieren“, sagte er. Derzeit ist Tempo 30 vorgeschrieben. Auch eine Ampel könnte sich der aufgebrachte Bürger vorstellen, allerdings hat diese Idee kaum eine Chance auf Umsetzung. „Das geht nicht, weil die Strecke nicht einsehbar ist und dadurch die Gefahr von Unfällen auf der Brücke wächst, wenn die Ampel mal ausfällt“, sagte Felix Thermann, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung.

Wölms warnte im Gespräch mit unserer Zeitung außerdem vor einem Verkehrskollaps infolge der für Frühjahr anstehenden Schließung der Autobahnbrücke Harksheider Weg. Damit wird eine direkte Verbindung nach Norderstedt für mindestens fünf Monate unterbrochen. „Wo sollen die denn die Busse in dieser Zeit lang fahren, wenn nicht in beide Richtungen über die Ulzburger Landstraße? Das geht gar nicht“, sagte er.

Auch Marion Schenk gehört zu den Kritikern des Plans. Sie sorgt sich um ihre Existenz und das nicht ohne Grund. „Ich habe mein Blumengeschäft 1978 hier in der Ulzburger Landstraße eröffnet, und seitdem haben sie die Brücke mindestens fünf Mal geschlossen. Jedes Mal habe ich Kunden verloren“, sagte sie. 2015 waren die Einbrüche so dramatisch, dass sie sich zu einem Umzug in die Bahnstraße entschloss. „Um den Laden dort entsprechend herzurichten, musste ich eine Menge Geld investieren.“ Dann konnte sie zurückkehren und hatte gerade mal eineinhalb Jahre Ruhe. Im vergangenen Jahr kam die nächste Sperrung, und wieder zog Schenk mit ihrem Laden um, dieses Mal nach Quickborn-Ort.

Derzeit ist sie dabei, den Plan von einer erneuten Rückkehr in die Ulzburger Landstraße umzusetzen, will das Stammhaus weiter ausbauen. Seit sie von der Einbahnstraßenregelung erfahren hat, ist sie allerdings verunsichert. „Die Stadt macht mir wieder einen Strich durch die Rechnung“, sagte sie frustriert. Inzwischen sammelt sie Unterschriften gegen eine Änderung der Verkehrsführung.

Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt, Donnerstag, 18. Januar, 18.30 Uhr, Mensa der Comenius Schule, Am Freibad 3-11
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