Quickborner Schüler gedenken Holocaust-Opfern

Mit dieser Installation zeichneten die Schüler die Wege der verschiedenen Familienmitglieder nach.
1 von 3
Mit dieser Installation zeichneten die Schüler die Wege der verschiedenen Familienmitglieder nach.

Lehrkräfte der Fächer Geschichte und Kunst am Elsensee-Gymnasium erarbeiten mit Zehntklässlern eine Ausstellung.

shz.de von
29. Januar 2018, 16:25 Uhr

Quickborn | Der 27. Januar ist kein Tag wie jeder andere: Er ist der offizielle Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Aus diesem Anlass eröffneten Schüler des Elsensee-Gymnasiums ihre Kunstausstellung mit dem Namen „Erinnerungsräume“. 

Bereits im Sommer vergangenen Jahres haben sich 28 Schüler der 10 a unter der Leitung von Geschichtslehrer Harald Kocks und Kunstlehrerin Laila Unger in einem längeren Projekt mit dem Genozid der Juden im Dritten Reich beschäftigt. Entstanden sind dabei Bilder, Schattenprojektionen und Installationen, die an die grausame Zeit von 1941 bis 1945 erinnern sollen. Präsentiert wurden die Werke in den Räumen der Volkshochschule (VHS) Quickborn.

Teil des Geschichtsunterrichts war ein Besuch im Konzentrationslager Neuengamme. Während des Kunstunterrichts ging es dann darum, die Eindrücke und Erlebnisse künstlerisch darzustellen. „Ich habe mich ehrlich gesagt etwas davor gefürchtet, dieses Thema mit den Schülern zu behandeln“, sagte Kunstlehrerin Unger. Eine künstlerische Form für den Genozid, der über sechs Millionen Juden das Leben kostete, zu finden, sei äußerst schwierig. „Wir stellten uns die Frage, wie man die Unglaublichkeit und Monströsität dieser Zeit darstellen soll“, erklärte die Lehrerin.

Toni Güth ist Geschichtslehrer am Elsensee-Gymnasium und zuständig für die Gedenkstättenpädagogik an der Schule. „Der Besuch im Konzentrationslager war der erste Schritt und die Motivation für dieses Projekt“, erklärte er. Es passe sehr gut in das Gesamtkonzept der Schule.

Schulleiter Michael Bülck lobte die Arbeit der Schüler. „Es gibt in der heutigen Zeit immer weniger Zeitzeugen. Als Schule haben wir den Bildungsauftrag, die Jugendlichen in die Lage dieser Zeit zu versetzen“, sagte Bülck.

„Wir erinnern daran, damit sich sowas nicht wiederholt“, sagte der Schüler Lasse Lorenz. Es sei nicht ausgeschlossen, dass auch heute so etwas passieren könnte, „also müssen wir vorsichtig sein“. Sein Mitschüler Benjamin Breuniger setzt Hoffnung in die Belehrbarkeit der Menschen. „Ich denke, dass viele Menschen daraus gelernt haben. Trotzdem haben wir für unsere Zukunft eine Verantwortung. Deswegen ist es wichtig, daran zu erinnern“, erklärte er. Die Ausstellung kann bis Freitag, 2. Februar, während der Öffnungszeiten – montags bis freitags von 9 bis 20 Uhr – in den Räumen der VHS, Bahnhofstraße 112, angeschaut werden.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen