Kommunalwahl 2018 : Quickborner CDU mit Verlusten – FDP legt zu

So sehen Wahlsieger aus: FDP-Spitzenkandidatin Annabell Krämer (Mitte) jubelte mit Friederike Rübhausen (von links), Thomas Beckmann und Ines Glatthor.
So sehen Wahlsieger aus: FDP-Spitzenkandidatin Annabell Krämer (Mitte) jubelte mit Friederike Rübhausen (von links), Thomas Beckmann und Ines Glatthor.

Liberale verbuchen ihr bislang bestes Ergebnis. Grüne klettern in der Wählergunst nach oben, SPD büßt Prozentpunkte ein.

shz.de von
07. Mai 2018, 14:30 Uhr

Quickborn | Riesen-Jubel bei der FDP: Die Partei kommt auf 20,8 Prozent der Stimmen und fährt ihr bisher bestes Ergebnis bei einer Kommunalwahl in Quickborn ein. Klare Wahlverlierer sind die Christdemokraten. Sie müssen deutliche Stimmenverluste hinnehmen, sinken in der Gunst der Wähler um 9,6 Punkte auf 37 Prozent. Auch die SPD bleibt 5,9 Prozent unter dem Ergebnis der Kommunalwahl von 2013, schließt mit 23,3 Prozent ab, gewinnt aber einen Sitz hinzu. Zugewinne auch für Bündnis 90/Die Grünen. Sie steigern ihr Ergebnis von vor fünf Jahren um 3,7 Punkte und kommen auf 18,8 Prozent. 

Jamaika sorgt für Aufwind

Zumindest die FDP konnte offenbar von den zuletzt hohen Zustimmungswerten für die Kieler Jamaika-Koalition profitieren. Entsprechend hoch ging es gestern auf der Wahlparty der Liberalen her. Eine strahlende Spitzenkandidatin Annabell Krämer fiel nach jeder Ergebnisaktualisierung wieder ihren Mitstreitern um den Hals. „Ich freue mich unbändig, dass der Wähler die Arbeit meiner tollen Mannschaft honoriert hat“, sagte sie und lobte insbesondere den FDP-Kandidaten im Bezirk Waldschule, Thomas Beckmann, der den direkten Einzug in die Ratsversammlung um lediglich neun Stimmen verpasste.

Zufriedene Gesichter auch bei den Grünen. „Das Ergebnis hat alle unsere Erwartungen übertroffen, und entsprechend begeistert bin ich“, sagte Spitzenkandidat Heinrich Kut. Er sehe das Abschneiden seiner Partei als klaren Auftrag des Wählers, noch mehr grüne Politik für Quickborn zu machen. Alfred Haack sieht einen Grund für das gute Abschneiden seiner Partei darin, „dass es uns in der vergangenen Wahlperiode immer wieder gelungen ist, in schwierigen Fragen Kompromisse mit den anderen Fraktionen zu erzielen“.

Neuensteiger mit gutem Ergebnis

Trotz der Stimmenverluste keine Katerstimmung bei den Sozialdemokraten. „Wir sind insgesamt zufrieden, auch wenn wir unser Wahlziel nicht erreicht haben“, sagte Spitzenkandidatin Astrid Huemke. Sie lobte vor allem die jüngeren Kandidaten wie Parteichef Tom Lenuweit oder Neueinsteiger Julian Huemke, die in ihren jeweiligen Wahlkreisen sehr gut abgeschnitten hätten.

CDU-Spitzenkandidat Henning Meyn kündigte an, seine Partei werde die Stimmenverluste in den kommenden Wochen genau analysieren. „Wir müssen überlegen, ob es uns immer gelungen ist, die erzielten Erfolge an den Wähler zu bringen“, sagte er. Meyn räumte ein, er sei zwar nicht erfreut über das Ergebnis, ab „wir haben alle Wahlkreise direkt gewonnen und bleiben stärkste Fraktion“, sagte er. Kaum Grund zur Freude gab es angesichts der Wahlbeteiligung. Sie lag bei 42,9 Prozent und damit noch unter der vor fünf Jahren (43,5 Prozent).

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