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Quickborner Tageblatt

13. Dezember 2017 | 08:52 Uhr

Expertise : Quickborn soll Bauhof abreißen

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Schock für die Politik: Das von ihr in Auftrag gegebene Effizienzgutachten kommt zu dem Schluss, den alten, sanierungsbedürftigen Bauhof mittelfristig abzureißen und an einem anderen Standort neu zu bauen. Außerdem fehlten etwa drei Vollzeitstellen. Unterm Strich arbeite der Bauhof effizient, so die Expertise. „Wir werden nachbessern, soweit es im Rahmen unserer Finanzen möglich ist“, sagte Bürgermeister Thomas Köppl. Einen Neubau hält er aufgrund der angespannten Haushaltslage unrealistisch.

shz.de von
erstellt am 28.Feb.2014 | 12:00 Uhr

Das Effizienzgutachten für die Quickborner Verwaltung fiel sehr positiv aus. Doch die Bewertung des Bauhofs birgt Diskussionsstoff. So rät der Experte, den alten, sanierungsbedürftigen Bauhof mittelfristig abzureißen und an einem anderen Standort neu zu bauen. „Auch bei Umsetzung aller bautechnischen Erfordernisse bleibt der jetzige Standort eine Altlast mit zum Teil nicht kalkulierbaren Risiken“ – diesen Schluss zieht Stephan Metz nach Analyse aller Fakten. Die Gebäude seien beispielsweise ungünstig angeordnet. Metz’ Firma Allevo wurde mit der Erstellung des Gutachtens beauftragt. Die Expertise kostet 100 000 Euro.

Weiterhin empfiehlt der Experte, die Organisationseinheit Bauhof als eine weitgehend eigenständige Einheit innerhalb der Stadtverwaltung Quickborn zu führen. Derzeit gehört er zum Fachbereich Tiefbauten und Kommunalbetriebe.

Unterm Strich fehlen dem Bauhof 3,46 Vollzeitstellen, um eine Personalstärke von 21,96 Stellen zu erreichen. Damit würde der Quickborner Bauhof eher im oberen Mittelfeld der interkommunalen Vergleichswerte zur Personalausstattung liegen, so das Gutachten. Dennoch: Die betrieblichen Abläufe seien weitgehend als sach- und fachgerecht zu bezeichnen. Der Fahrzeug- und Gerätebestand des Bauhofs Quickborn sei im interkommunalen Vergleich überdurchschnittlich. Alter und Grundsubstanz der Maschinen und Gerätschaften seien unauffällig.

Den Bauhof erreichten täglich zwischen fünf und 30 Einzelaufträge – meist ohne genaue Angabe des Leistungsumfangs. Schriftliche Daueraufträge existierten nicht, so die Kritik. Dadurch sei der Bauhof gezwungen, in der Regel direkt und ohne Planungsmöglichkeiten auf die zahlreichen unterschiedlichen und unsystematischen Anforderungen der Auftraggeber zu reagieren. Zusätzliche Abstimmungen mit dem Auftraggeber, unnötige Fahrzeiten oder ungleichmäßige Auslastungen seien die Folge und führten zu ineffizienten Arbeitsabläufen im Vergleich zur Abarbeitung von Daueraufträgen. Einsatzplanung und Qualitätskontrolle sollten verstärkt vorgenommen werden, rät das Gutachten.

Generell bliebe anzumerken, dass sich die Tätigkeiten eines Bauhofs primär auf die Gewährleistung der Verkehrssicherheit, die umgehende Absicherung und – soweit möglich – die Beseitigung von Verkehrsgefährdungen und Hindernissen konzentrieren müsse.

Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) sind die Fakten bekannt. „Wir werden nachbessern, so weit es im Rahmen unserer Finanzen möglich ist“, sagte Köppl. Er gibt zu, dass das Bauhofgebäude sanierungsbedürftig sei. Einen Neubau samt neuem Standort schließt der Verwaltungschef jedoch aus. „Das würde die Stadt jährlich mit etwa 80 000 Euro belasten“, sagte er. Außerdem würde die Kommunalaufsicht diese Investition nicht genehmigen, so Köppl. Wie berichtet, wurde der Haushalt 2014 nur mit der Auflage genehmigt, kräftig zu sparen. Und: „Das Gutachten sagt nichts darüber aus, welche Effizienz ein Bauhof-Neubau für die Stadt hat“, so Köppl. Des Weiteren sei der Zeitpunkt der Untersuchung ungünstig gewesen, da der Bauhof erst vor einiger Zeit in den Fachbereich Tiefbauten und Kommunalbetriebe überführt worden sei.

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