Nach Kritik an der Stadt : Quickborn: Bürgermeister zeigt Verständnis für Kürzung der Freibad-Öffnung

Wegen der prekären Personalsituation hat die Stadt Quickborn die Öffnungszeiten des Freibades verringert.

Wegen der prekären Personalsituation hat die Stadt Quickborn die Öffnungszeiten des Freibades verringert.

Kürzere Freibad-Öffnungszeit ist nach Meinung von CDU, SPD und FDP richtig.

shz.de von
22. Juni 2018, 13:00 Uhr

Quickborn | Nach der Kritik der FDP an der Kürzung der Freibad-Öffnungszeiten bekommt die Quickborner Stadtverwaltung Rückendeckung von CDU, SPD und FDP. Und auch Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) hat reagiert und die Vorwürfe als ungerecht zurückgewiesen.

In einer schriftlichen Stellungnahme, die unserer Redaktion vorliegt, betont er, es sei bereits im Januar darauf hingewiesen worden, „dass mit dem vorhandenen Personal die politisch geforderten Öffnungszeiten nicht zu realisieren sind“. Bislang sei es trotz mehrmaliger Verlängerung der Bewerbungsfristen nicht gelungen, zusätzliches Fachpersonal für das Freibad zu gewinnen.

Sicherheit und Gesundheit gewährleisten

Die jetzt getroffene Entscheidung diene ausschließlich der Erhaltung von Sicherheit und Gesundheit der Badegäste sowie des Personals. „Ich muss den Anspruch, den ich erhebe, auch umsetzen können. Wo das in Ermangelung ausreichenden Personals unmöglich wird, kommt mir die Aufgabe zu gegenzusteuern“, sagte er.

Unterstützung bekommt der Verwaltungschef auch aus den Reihen seiner Parteifreunde. „Ich sehe in der Entscheidung weder Taktik noch Vorsatz“, sagte CDU-Sprecher und Parteichef Bernd Weiher zu dem Vorwurf der Freien Demokraten, hier solle ein Kürzung der Öffnungszeiten durch die kalte Küche realisiert werden. Zudem gehe Sicherheit vor. Dass die Politik keine Information zu den Plänen der Verwaltung erreicht habe, sei allenfalls ein Versäumnis, so Weiher. SPD-Ratsherr Karl-Heinz Marrek bezeichnete die Kritik der FDP als „völlig überzogen“.

Fürsorgepflicht

„In so einem Fall ist die Verwaltung gezwungen, kurzfristig zu handeln, um eine Gefährdung von Badegästen und Gesundheitsschäden von Arbeitnehmern abzuwenden“, sagte er. Das gebiete auch die Fürsorgepflicht. Gleichzeitig mahnte Marrek die Liberalen zur Mäßigung. Es sei nicht in Ordnung, die Verwaltungsmitarbeiter „für etwas an den Pranger zu stellen“, ohne Verbesserungsvorschläge zu machen. Für Grünen-Fraktionschef Heinrich Kut ist die FDP-Rüge nicht nachvollziehbar. „In manchen Fällen ist eine schnelle Entscheidung alternativlos“, sagte er. Dazu sei der Bürgermeister da, er trage schließlich die Verantwortung für seine Mitarbeiter und die Badegäste.

Die FDP hatte sich zu Wort gemeldet, nachdem die Stadt verkündet hatte, wegen der prekären Personalsituation das Freibad am Wochenende jeweils erst um 10 Uhr zu öffnen. Damit entfällt am Samstag und Sonntag bis auf Weiteres die Möglichkeit des Frühschwimmens.

Am Donnerstag blieb das Freibad übrigens außer der Reihe komplett geschlossen. Grund waren Reparaturen an der Wasserversorgung.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen