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Quickborner Tageblatt

21. August 2017 | 12:42 Uhr

Quickborn braucht mehr Fachgeschäfte

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Einzelhandelskonzept Beratungsfirma Cima stellt Analyseergebnisse vor

In Quickborn gibt es einen Markt für mehr Fachgeschäfte. Die Kaufkraft ist vorhanden, fließt aber zu 42 Prozent in umliegende Städte ab. Dagegen ziehen die Angebote des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Körperpflegeprodukte, Zeitschriften und Blumen viele Kunden aus dem Umland an. Zu diesem Ergebnis ist die Firma Cima Beratung + Management in einem Einzelhandelskonzept für Quickborn gekommen. Die Projektleiterin Julia Lemke stellte es am Donnerstag im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt vor. Die Stadt zahlt für das Konzept mehr als 24  000 Euro.

Ein Cima-Team hatte im Spätsommer Kunden befragt, Passanten gezählt, Geschäfte bewertet und sich bei der Verwaltung über die Stadt informiert. Ergebnis: Die fast 21  300 Quickborner bringen pro Jahr eine Kaufkraft von mehr als 140 Millionen Euro auf. Zusammen mit den Einwohnern von Hemdingen, Bilsen, Ellerau und Hasloh könnten sie jährlich 215 Millionen Euro ausgeben. Die 123 Einzelhandelsbetriebe in Quickborn erreichen aber nur einen Jahresumsatz von insgesamt ungefähr 107 Millionen Euro.

Das Problem: Die Quickborner kaufen viele Produkte außerhalb ein. Zwar sind die fünf Supermärkte und vier Discounter für die meisten Bürger zu Fuß gut erreichbar. Für den täglichen Bedarf decken sie sich dort ein. Darüber hinaus führt die Hälfte der Geschäfte Produkte, die über den täglichen Verbrauch hinausgehen. Doch die Einwohner kaufen sie überwiegend außerhalb. Ihren Bedarf an Möbeln und Antiquitäten decken sie bloß zu sechs Prozent in der Stadt. Nur 19 Prozent ihrer Ausgaben für Elektro-, Foto- sowie Unterhaltungselektronikartikel bleiben in Quickborn. In anderen Städten kaufen sie drei Viertel ihrer Schuhe, 60 Prozent der Kleidung, 57 Prozent der Bücher und Schreibwaren, fast die Hälfte des Gartenbedarfs, der Spielwaren, der Sportartikel, des Schmucks und fast ein Viertel des Hausrats. 68 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage vermissten Angebote in Quickborn, etwa Bekleidungsläden und Restaurants.

Lemke führte aus, dass die Kunden einen Großteil der Bücher und Elektronikartikel über das Internet kaufen. Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) bemerkte, dass immerhin einige Firmen den Online-Handel von Quickborn aus betreiben.

In der Sitzung beklagte ein Bürger, dass die Flächen an der Bahnhofstraße für die Ansiedlung von Fachhändlern zu klein seien. Zudem fehlten Parkplätze. Tatsächlich war die Hälfte der befragten Passanten mit dem Pkw in die Stadt gefahren, nur vier Prozent per Bus oder Bahn. Lemke bemerkte aber: „Wir sind nicht der Einschätzung, dass die Parkplatzsituation problematisch ist.“

Insgesamt habe die Stadtplanung in den vergangenen Jahren gut gearbeitet. „Die Stadt Quickborn sollte genauso weitermachen“, sagte Lemke.

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erstellt am 18.Feb.2017 | 16:00 Uhr

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