Quickborn : Protest gegen Bildungsnot

Weitere Kürzungen drohen – das wollen  Eltern und Schüler nicht hinnehmen.
Weitere Kürzungen drohen – das wollen Eltern und Schüler nicht hinnehmen.

Lautstarke Aktion an der Quickborner Goethe-Grundschule: 300 Schüler und Eltern fordern angemessenen Unterricht.

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22. März 2014, 06:00 Uhr

Quickborn | „Rettet unsere Goethe-Schule“, „Kein Geld für Bildung“ und „Lehrer Wanted“ stand auf großen Bannern zu lesen. Schüler skandierten: „Wir protestieren auf allen Vieren“ und hielten eine Flagge mit traurigen Smileys in die Höhe.

Mit einer Menschenkette haben gestern in Quickborn 300 Schüler und Eltern ihren Unwillen über die derzeitige Bildungspolitik der Landesregierung zum Ausdruck gebracht. Über das Szenario hinweg flog eine Drohne im Auftrag der Betroffenen und machte Fotos, um den Protest zu dokumentieren.

Wie diese Zeitung berichtete, wurden zu Beginn des zweiten Schuljahres an der Goethe-Grundschule zwei Vertretungslehrer ersatzlos gestrichen und drei zweite Klassen zu zwei Klassen mit höherer Schülerzahl zusammengelegt. Auch Förderunterricht wird nicht mehr angeboten. Der Schulalltag sei nur noch mit Notfallmaßnahmen aufrechtzuerhalten, beklagen die Elternvertreter. Auf 220 Schüler kommen an dieser Schule 15 Lehrkräfte.

„Es ist ein bundesweites Problem. Trotz sinkender Schülerzahlen gibt es zu wenig Lehrer und ständig Notprogramme“, umschreibt Elternvertreterin Christina Efstathiadis das Problem. Immer öfter müssten die Eltern einspringen.

Doch das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht: „Weitere Kürzungen drohen durch die Schwangerschaften von Lehrerinnen und Krankenfälle, für die bisher kein Ersatz abzusehen ist“, sagt Ernst Stilke, ebenfalls Elternvertreter.

Mit dieser Menschenkette solle die Solidarität mit den zweiten Klassen ausgedrückt und das Signal nach Kiel gesendet werden, dass man mit diesen Kürzungen nicht einverstanden sei, so Stilke. „Wir fordern zwei neue Lehrkräfte, um die bisherigen Kürzungen aufzufangen und die zukünftig absehbaren Beeinträchtigungen auszugleichen“, sagte er.

Außerdem sollen bis zum Ende des Schulhalbjahres 1000 Protestbriefe an Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos) verschickt werden. Von den Aktionen erhoffe man sich auch, weitere Schulen mit ins Boot zu holen, so Efstathiadis.

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