Nach Ermittlungen in Appen und Schenefeld : Polizei sucht in Quickborn nach Beweismitteln für Tötungsdelikte

<p>Auf dem Grundstück nahe der Autobahn 7 sind Polizeibeamte auf der Suche nach Beweismitteln.</p>
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Auf dem Grundstück nahe der Autobahn 7 sind Polizeibeamte auf der Suche nach Beweismitteln.

50 Polizeibeamte graben ein Privatgrundstück um. Dort lebte ein Mann, der möglicherweise zwei Menschen getötet hat.

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25. Januar 2018, 18:00 Uhr

Quickborn | Die Polizei sucht seit Mittwochvormittag in Quickborn (Kreis Pinneberg) auf einem etwa 7000 Quadratmeter großen Privatgrundstück im Harksheider Weg nach Beweismitteln. Polizeisprecherin Merle Neufeld teilt am Donnerstag mit, es gehe um die Aufklärung eines Tötungsdeliktes in Appen im November 2017. Damals war eine 76-jährige Frau in ihrer Wohnung überfallen und niedergeschlagen worden. Sie starb am 22. Dezember an den Folgen ihrer Verletzungen.

Auf dem Gelände, das aktuell durchsucht wird, befand sich demnach der Wohnsitz des mutmaßlichen Täters. Der Mann habe den tödlichen Angriff weitestgehend gestanden. Am vergangenen Wochenende soll sich der 58-Jährige in der Untersuchungshaft in der JVA in Itzehoe das Leben genommen haben. Nun will die Polizei noch Beweismittel für weitere Straftaten finden. Unter anderem könnte es einen Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt an einem jungen Boxer aus Schenefeld geben.

Der 22-Jährige wurde seit dem 23. Juni 2017 vermisst. Knapp einen Monat später wurde seine Leiche gefunden – in der Nähe der A7-Raststätte Holmmoor, nur wenige hundert Meter von dem Ort entfernt, an dem die Polizei nun nach Spuren sucht. Ein Täter konnte bislang nicht ermittelt werden. Die Obduktion ergab, dass der junge Sportler erschossen worden war. In der Nacht vor dem Verschwinden des Boxers war seinem Trainer in Wedel (Kreis Pinneberg) ins rechte Knie geschossen worden.

<p>Die Polizei setzt Spürhunde ein.</p>
Foto: Peter Wüst

Die Polizei setzt Spürhunde ein.

Nach Informationen von shz.de soll der Häftling vor seinem Freitod einem Mithäftling noch erzählt haben, dass er auf seinem Grundstück mehrere Verstecke angelegt habe. Die Polizei habe Munition gefunden. Einen Wohnwagen habe der 58-Jährige offenbar für Schießübungen genutzt. Auf dem Wohnwagen seien etliche Einschusslöcher zu sehen.

In Quickborn sind 50 Beamte mit mehreren Leichen- und Drogenspürhunden aus den Kreisen Stormarn, Pinneberg und Bad Segeberg im Einsatz. Polizisten graben mit Baggern das Erdreich um. Mit einem Presslufthammer wurde sogar die betonierte Terrasse vor einem Gartenhaus aufgerissen. Einige Beweismittel seien bereits sichergestellt worden. Sie werden nun ausgewertet.

Weitere Details des Einsatzes gibt die Polizei mit Rücksicht auf laufende Ermittlungen nicht bekannt.

Auch am Freitag halten die Untersuchungen in Quickborn an. Mit Ergebnissen wird frühestens am Montag gerechnet, so Polizeisprecherin Neufeld.

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