Ellerau : Platz für 330 Neubürger

Der rote Streifen markiert eine Siedlungsgrenze von Ellerau. In der weiß umrandeten Fläche im Norden wäre eine Dreifachhalle denkbar. In den beiden Kreisen südlich davon könnten Baugebiete ausgewiesen werden.
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Der rote Streifen markiert eine Siedlungsgrenze von Ellerau. In der weiß umrandeten Fläche im Norden wäre eine Dreifachhalle denkbar. In den beiden Kreisen südlich davon könnten Baugebiete ausgewiesen werden.

Stadtplanerin Anne Nachtmann stellt Ergebnisse einer Arbeitsgruppe vor. Pläne zur Verdichtung des Dorfes.

shz.de von
31. März 2017, 12:00 Uhr

Ellerau | Die Gemeinde Ellerau sollte sich aufgrund ihrer guten Verkehrsanbindung als Wohn- und gegebenenfalls als Gewerbestandort weiterentwickeln. Zu diesem Schluss ist eine mit Gemeindevertretern besetzte Arbeitsgruppe „Ortsentwicklungskonzept“ gekommen. Während einer Einwohnerversammlung am Mittwoch im Bürgerhaus stellte Anne Nachtmann vom Büro „dn.Stadtplanung“ aus Pinneberg die Ergebnisse etwa 120 Besuchern vor.

In Ellerau leben auf zirka sieben Quadratkilometern ungefähr 6100 Einwohner. Nachtmann erläuterte, dass der Ort eine sehr gute Infrastruktur anbiete. „Aber es gibt nur noch wenige bebaubare Bereiche“, sagte sie. Das Problem seien die äußeren Grenzen, wie die Autobahn  7, die AKN, die Kreisgrenze und eine Landschaftsschutzlinie.

Elleraus Zentrum solle zuerst bebaut werden, so Nachtmann. Das Konzept sieht Wohneinheiten für zirka 330 Menschen, eine Seniorenanlage, einen Urnenfriedhof und eine Dreifeld-Sporthalle mit Parkplätzen vor. Gemeindevertreter Hans Bihl (FDP) fragte: „Wir haben wenige gemeindeeigene Flächen. Werden die Eigentümer der von Ihnen angesprochenen Grundstücke zustimmen?“ Bürgermeister Eckart Urban (SPD) antwortete: „Die Arbeitsgruppe hat unabhängig von den Eigentumsverhältnissen geplant. Es ging vorerst um grundsätzliche Möglichkeiten und eine Konzepterstellung, um dann an die Eigentümer heranzutreten.“

Ein Bürger merkte an: „Wir haben jetzt schon große Probleme, aus dem Ort heraus- oder hineinzukommen. Bei so vielen zusätzlichen Bewohnern kommen noch viel mehr Fahrzeuge hinzu. Der höhengleiche Bahnübergang am Ortseingang muss weg.“ Gemeindevertreter Peter Groth (BürgerForum) fragte: „Wie weit wollen wir überhaupt noch wachsen?“ Eine Antwort aus dem Publikum: „Der Ort muss wachsen, um eine Überalterung zu verhindern.“ Bei 330 zusätzlichen Einwohnern müssten allerdings der Kindergarten und die Grundschule um jeweils eine Gruppe oder Klasse vergrößert werden. Es würden mehr Kinder weiterführende Schulen in den Nachbargemeinden besuchen, sodass Ellerau mehr Schuldgeld zu zahlen hätte. Einig waren sich die Anwesenden, dass der Grünstreifen im Ort und die nahe Natur erhalten bleiben sollen. Urban sagte: „Das Konzept ist noch lange nicht abgeschlossen.“ Er lud zu Workshops über die Ortsentwicklung ein. Die Termine sollen noch bekanntgegeben werden.

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