Streit um Quickborner Verkehrsprojekt : „Planung für den Mülleimer“

Derzeit regelt eine Ampel an der Kreuzung Kieler Straße/ Güttloh/ Heidkampstraße den Verkehr.
Derzeit regelt eine Ampel an der Kreuzung Kieler Straße/ Güttloh/ Heidkampstraße den Verkehr.

Der Kreisverkehr dreht sich im Kreis: Bürgermeister Köppl hält aufgrund der hohen Kosten eine Realisierung für ausgeschlossen.

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16. November 2013, 16:12 Uhr

Er soll die Geschwindigkeit der nach Quickborn einfahrenden Pkw verringern, Energie- und Wartungskosten senken und den Verkehrsfluss steigern. Ein Kreisverkehr an der Kreuzung Kieler Straße/Güttloh/Heidkampstraße könnte laut CDU einige Vorteile bringen. Entsprechend brachten die Christdemokraten in den Ausschuss für Stadtentwicklung am Donnerstagabend einen Antrag ein, der die Verwaltung mit einer Prüfung der Umsetzbarkeit beauftragt. Zum Unverständnis von Bürgermeister Thomas Köppl. „Das ist eine Planung für den Mülleimer“, sagte der Verwaltungschef. Und weiter: „In den nächsten sieben Jahren wird sich da nichts tun.“ Dennoch: Mit der Mehrheit von CDU und FDP wurde der Antrag verabschiedet.

Derzeit regelt eine Ampelanlage den Verkehr an der Kreuzung im Süden Quickborns. Warum also ein Kreisverkehr? „Die Fahrzeuge aus Richtung Hamburg kommen mit hoher Geschwindigkeit. Wir sehen eine Sicherheitsgefährdung“, sagte CDU-Ratsfrau Doris Torn. Diese könnte durch einen Kreisverkehr verringert werden, hinzu käme eine Reduzierung von Lärm und CO2-Emissionen.

Und die Kosten? „Mehr als 500 000 Euro“, sagte Köppl in einer ersten Einschätzung. Aufgrund der klammen Haushaltskasse sei allein deswegen eine Realisierung nahezu ausgeschlossen. Hinzu komme: Da die Kreuzung vom Land Schleswig-Holstein gebaut wurde, sei ein Umbau nur einvernehmlich möglich. Zudem sei die Bundesstraße 4 im Zuge des Autobahnausbaus die wichtigste Ersatzstrecke. Köppl appellierte deswegen an die CDU-Vertreter: „Ziehen sie den Antrag zurück, das ist Beschäftigungstherapie.“

Dem schlossen sich auch die Vertreter von SPD und Grünen an. „Wir haben keine Mittel für diese nicht dringliche Maßnahme“, sagte SPD-Ratsherr Eckhard Schramm. Dem stimmte auch Grünen-Vertreter Dirk Salewsky zu. Er verwies zudem darauf, dass ein Kreisverkehr die Zufahrt auf die Kieler Straße aus dem Güttloh erschwere. Doch am Ende waren die Einwände vergebens: Mit vier zu drei Stimmen setzten sich CDU und FDP durch.

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