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Quickborner Tageblatt

19. August 2017 | 04:36 Uhr

Quickborn : Pläne für 210 Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Die Verwaltung will Container anschaffen, Wohnungen anmieten und ein Mehrfamilienhaus kaufen. Bürgermeister trifft Eilentscheidungen.

Quickborn | Quickborn bereitet sich auf die Unterbringung weiterer Flüchtlinge vor und will Wohnraum für 210 Personen schaffen. „Wir bereiten uns auf Größeres vor. Ob es reicht, das weiß ich nicht“, sagte Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) gegenüber dem Quickborner Tageblatt. Sieben Zuweisungen wöchentlich erreichen die Verwaltung laut Köppl derzeit. „Nach aktuellen Informationen des Landes könnte sich diese Zahl auf 21 hochschrauben“, beschrieb er gestern den Handlungszwang.

Am Vorabend hatte der Verwaltungschef den Mitgliedern des Finanzausschusses die Pläne präsentiert und mit zwei Eilentscheidungen konfrontiert. „Eine habe ich am vergangenen Freitag getroffen“, erklärte Köppl. Dabei gehe es um die Ausstattung von Unterkünften. Dafür habe die Verwaltung 150 Etagenbetten, 100 Einzelbetten, 400 Matratzen, 250 Sätze Bettzeug und 180 Schränke bestellt.

„Mit diesen Ausstattungsgegenständen sollte eine Versorgung für die Wintermonate gewährleistet sein“, heißt es in der Tischvorlage, die Köppl den Ausschussmitgliedern zur Kenntnis gab. Die Kosten betragen demnach 83.000 Euro. Die Mittel seien nicht im Haushalt eingeplant, könnten aber durch außerordentliche Erträge wie den städtischen Anteil am Gewinn der Stadtwerke gedeckt werden.

Die zweite Eilentscheidung, die Köppl am Dienstagabend für den folgenden Tag ankündigte, betraf weniger die Ausstattung als vielmehr die Kapazitäten der Unterkünfte. „Aufgrund des aktuellen Zustroms von Flüchtlingen werden wir nicht umhinkommen, Container aufzustellen“, erklärte er. 20 Container für insgesamt 150.000 Euro mit Platz für 80 Menschen sowie zwei Anhänger für sanitäre Anlagen für 33  000 Euro seien reserviert. „Die Beschaffung ist unverzüglich vorzunehmen“, heißt es in der Vorlage. Anderenfalls drohten Verzögerung bei der Anlieferung und ein deutlicher Anstieg der Kosten. Das Geld für die überplanmäßige Ausgabe soll demnach aus dem Etat für den Umbau des Elsensee-Gymnasiums stammen, der entsprechende Betrag in den Haushalt 2016 eingestellt werden.

Altes Credo bleibt

Wie Köppl den Ausschussmitgliedern ausführte, hält die Verwaltung an ihrem Credo, Asylbegehrende dezentral in angemieteten oder angekauften Häusern und Wohnungen unterzubringen, weiterhin fest. „Wir stehen mit Eigentümern über 20 Wohnungen in Verhandlungen“, berichtete Köppl. Verlaufen diese Gespräche erfolgreich, könnten laut Bürgermeister mindestens 100 Menschen untergebracht werden.

Ein Mehrfamilienhaus soll Platz für weitere 30 Flüchtlinge bieten. Entsprechende Pläne der Verwaltung waren laut Tagesordnung Gegenstand der nicht-öffentlichen Sitzung am Dienstagabend. Zuvor, im öffentlichen Teil, hatte Köppl dafür plädiert, eine Million Euro für die Beschaffung weiteren Wohnraums in den Nachtragshaushalt für 2015 einzustellen. „Wir müssen weiterhin Immobilien erwerben und entsprechend ausstatten, damit Menschen nicht in Zelten schlafen oder wir auf kommunale Infrastruktur, sprich Turnhallen, zurückgreifen müssen“, begründete Köppl.

Mit den Containern, den Wohnungen und der Immobilie, so rechnete Köppl vor, könnten in den kommenden Wochen und Monaten 210 Menschen untergebracht werden. Die Politiker stimmten dem Beschlussvorschlag für den Nachtragshaushalt ebenso zu wie den beiden Eilentscheidungen, jeweils bei einer Enthaltung. Das letzte Wort in allen drei Fällen hat allerdings die Ratsversammlung. Sie tagt am kommenden Montag ab 19 Uhr in der Mensa der Comenius-Schule, Am Freibad 3.

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erstellt am 08.Okt.2015 | 16:30 Uhr

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