Konzert : Piano-Perlen packen das Publikum

Musik von Haydn, Beethoven und Schumann spielte der vielfach international ausgezeichnete Konzertpianist Markus Groh.
Musik von Haydn, Beethoven und Schumann spielte der vielfach international ausgezeichnete Konzertpianist Markus Groh.

Charismatischer Künstler Markus Groh überzeugt mit romantischer Klaviermusik. 250 Besucher im Artur-Grenz-Saal.

shz.de von
28. März 2017, 12:00 Uhr

Quickborn | Kann man einen sonnigen Frühlingstag schöner abrunden als mit Beethoven, Haydn und Schumann? Markus Groh versüßte rund 250 Besuchern im Artur-Grenz-Saal den Sonntag mit einem fabelhaften Klavierkonzert.

Dass der charismatische Pianist mit dem straff gebundenen Pferdeschwanz kurzfristig die „Grande Polonaise“ von Chopin aus dem Programm genommen hatte, sorgte im Publikum indes nur kurz für ein irritiertes „Oh“. Denn die erste Konzerthälfte war mit Haydns „Sonate Nr. 50 in E-Dur“ ein frühromantisches Fundstück, das er so leichthändig und mit klar konturiertem Anschlag zu Gehör, dass es eine Freude war. Da kamen all die Musikfreunde, die ihn genau hierfür, nämlich die intellektuelle Beseeltheit in seiner Darbietung, lieben, auf ihre Kosten. Mit seiner zupackenden Beethoven-Interpretation (Sonate Nr. 30, Opus 109, E-Dur), zeigte Groh, dass er live auf hohem Niveau spielen kann. Im „Andante molto cantabile et espressivo“ bewies er atemberaubende Fingerfertigkeit – ohne das lyrische Thema (die Sonate widmete Beethoven Brentano) auch nur den Bruchteil eines Taktes zu vernachlässigen.

Die drei Sätze gehen ineinander über und erwecken in ihrer Gesamtheit den Charakter einer großen Fantasie. Diese verwob Groh trefflich miteinander. Angefangen vom ungestümen, aber doch hellen und hoffnungsfrohen Grundcharakter über das energische, der Romantik innewohnende Scherzo des zweiten Satzes bis zum Finale, das Groh mit zärtlichem Abgang beendete. Das Herzstück des Abends war Robert Schumanns monumentale C-Dur-Fantasie, Op 17 (er widmete diese Franz Liszt), die er für seine spätere Frau Clara Schumann komponierte. Groh gelang es, die weit gespannten Räume des romantischen Werkes in makelloser Gestaltung zu durchmessen. Das war große Klasse!

Nach lang anhaltendem Beifall sorgte Groh mit einer Liszt-Transkription aus dem „Tannhäuser“ von Richard Wagner („er hofft, dass die Seele seiner Angebeteten sich mit dem Abendstern verbindet“) und einer Interpretation von Schuberts „Die Forelle“ in einer Bearbeitung von Franz Liszt für einen heiter beschwingten Ausklang an diesem Abend.

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