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Emotionale Klassik mit Anspruch : Pianist Benjamin Moser zu Gast in Quickborn

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Der preisgekrönte Pianist trat mit seinem Programm „Piano Recital“ vor etwa 100 Besuchern in Quickborn auf.

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erstellt am 23.Feb.2016 | 16:00 Uhr

Quickborn | „Das ,Gaspard de la Nuit‘ von Maurice Ravel ist den meisten Pianisten bekannt als das technisch anspruchsvollste Stück am Klavier“, sagte Eberhard Hasenfratz am vergangenen Sonntag im Artur-Grenz-Saal in Quickborn. Der Vorsitzende der Freunde der Kammermusik weiß wovon er spricht, denn er spielt selbst Klavier. Er freue sich nun sehr, das Stück von einem so begabten Pianisten wie Benjamin Moser hören zu dürfen.

Der Verein der Freunde der Kammermusik Quickborn wurde 1958 von der Musikpädagogin Susanne Kraft ins Leben gerufen. Nur ein Jahr später wurde die Vereinigung gegründet. Seit mehr als fünf Jahrzehnten werden pro Saison sieben bis acht Konzerte veranstaltet. Es gastierten unter anderem bereits Solisten, Trios, Streichquartette bis hin zu Kammerorchestern. Der Vorsitzende des Vereins ist Eberhard Hasenfratz.

Der preisgekrönte Pianist trat mit seinem Programm „Piano Recital“ vor etwa 100 Besuchern in Quickborn auf. Moser hat sich an das Stück von Ravel herangetraut und die Aufgabe mit Bravour gelöst. „Ravel nahm sich vor, ein Stück zu schreiben, dass schwieriger sein sollte, als alles, was davor komponiert worden ist“, erklärte Moser. Für Moser selbst hat das Werk von Ravel eine besondere Bedeutung: „Trotz der zahlreichen offenkundigen technischen Schwierigkeiten kommt die Poesie nicht zu kurz und schimmert immer wieder hindurch.“ Das dreiteilige Klavierwerk entstand im Jahr 1908 und gilt als bedeutenste Arbeit von Ravel. Mit einer scheinbaren Leichtigkeit glitten Mosers Finger über die Klaviertasten und er schaffte es, alle Besucher in Staunen zu versetzen.

Mit im Gepäck hatte der 35-Jährige außerdem noch fünf lyrische Stücke von Edvard Grieg, das „Prélude und Nocturne für die linke Hand“ von Alexander Skrjabin, „Children’s Corner“ von Claude Debussy sowie Sergej Prokowjews Sonate Nummer sieben in B-Dur. Mehr als zwei Stunden lang zeigte Moser eine große Palette pianistischer Gestaltungsmittel. „Es ist fantastisch ihm beim Spielen zuzusehen. Ich bin vollkommen gefesselt. Er erzählt eine Geschichte“, lautete das Fazit der Besucherin Annemarie Wiedekern aus Norderstedt.

1981 wurde Moser in München geboren. Das musikalische Talent wurde ihm in die Wiege gelegt, denn er stammt aus einer angesehenen Musikerfamilie. 2005 erhielt Moser den Steinwayförderpreis in Berlin. Er erregte 2007 internationales Aufsehen, als er Preisträger des renommierten Tschaikowskywettbewerbs in Moskau wurde. Zusätzlich erhielt er dort den Preis für die beste Interpretation der Musik Tschaikowskys sowie den Publikumspreis. Auch seine Debüt-CD im Jahr 2009 war ein großer Erfolg für Moser. In den vergangenen Jahren spielte er Klavierkonzerte von Mozart, Beethoven, Chopin, Schumann, Liszt, Grieg und Rachmaninov. „Wir freuen uns sehr, einen so renommierten Musiker hier begrüßen zu dürfen“, sagte Hasenfratz von dem Freunden der Kammermusik. Für Moser wird es im März ernst: Dann möchte er in der Londoner Wigmore Hall sein Programm vorstellen.

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