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Glückwünsche eines scharfsinnigen Poeten : Peter Gudelius stellt 22 Unikate in der Stadtbücherei Quickborn aus

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Während der Vernissage gewährte der Texter selbst Einblicke in seine Ideenschmiede.

Quickborn | „Schöner kann man das neue Jahr gar nicht eröffnen“, sagte Johannes Schneider anlässlich der Vernissage einer außergewöhnlichen Ausstellung der Stadtbücherei. Der Vorsitzende des Kultur-Vereins Quickborn kennt Peter Gudelius aus der gemeinsamen Arbeit und schätzt die „ermutigende, tiefe Fröhlichkeit, die in der Präsentation seiner 22 Neujahrsglückwünsche zum Ausdruck kommt“.

Mehr als 20 Besucher begrüßte Stadtbücherei-Leiter Klaus Fechner. Die meisten von ihnen vertieften sich schon vor der Eröffnung in die ausgestellten Glückwunschkarten. Karten aus 22 Jahren, immer ein neues Motiv und ein ausdrucksstarker Text. „Das ist in jeder Hinsicht eine bunte Mischung, ein Potpourri, aber es gibt einen roten Faden: den Wunsch, mit Mut und Zuversicht in die Zukunft zu schauen und das Beste aus dem neuen Jahr zu machen“, sagte Gudelius.

Mal sind seine Glückwünsche romantisch, wie das Märchen vom „Traumjahr“, bisweilen aber auch bissig-hintergründig wie bei „Der Aufstand“ oder „Wagen wir es?“. Die Ausstellung sei durch einen Zufall zustande gekommen, so Gudelius. „Beim Aufräumen bekam ich ältere Glückwunschkarten in die Hände. Bei der Betrachtung habe ich gedacht: ,Vielleicht interessiert diese Sammlung auch andere Leute.‘“ Bei einem Besuch des Bücherei-Leiters sei die Anregung sogleich auf fruchtbaren Boden gefallen. Irene Lühdorff, Leiterin der Geschichtswerkstatt der Volkshochschule, sagte über die Ausstellung: „Einige Neujahrsglückwünsche habe ich auch schon von Herrn Gudelius bekommen. Ich bewundere seine geschliffenen Texte, die immer einen Dreh zum Guten hin haben.“

Während der Vernissage gewährte der Texter selbst Einblicke in seine Ideenschmiede. Am Anfang stehe das Thema, um das seine Gedanken kreisten. „Man fischt etwas aus dem Strom der Zeit. Wenn mich das Thema bewegt, kommen auch die Gedanken. Mit Druck geht das nicht.“ So inspirierte ihn der Schirm vom fliegenden Robert aus dem Struwwelpeter, Politiker vor dem „Rettungsschirm“ zu warnen. „Die wollen sich von jenem Unheil schützen, das sie selbst herbeigeführt haben“, sagte Gudelius.

Gudelius lebt seit 1964 in Quickborn und hat viele Jahre als Texter und Berater in Werbeagenturen gearbeitet. „Als ich 50 war, habe ich mich selbstständig gemacht“, erinnerte er sich an eine wichtige berufliche Weichenstellung. Was seinen Ideenreichtum betrifft, blickt er zuversichtlich in die Zukunft. „Es ist das Schöne – ich habe immer 365 Tage im Jahr Zeit“, sagte er verschmitzt lächelnd. Vielleicht schafft er es sogar, eine Anregung begeisterter Besucher aufzugreifen: Der 25. Geburtstag seiner Neujahrsglückwünsche könnte doch Anlass sein, die Sammlung als Buch herauszubringen. Zunächst aber besteht die Möglichkeit, noch bis zum 19. Januar die außergewöhnliche Ausstellung in der Stadtbücherei während der Öffnungszeiten zu besuchen: montags, dienstags, donnerstags und freitags von 10.30 bis 14 Uhr sowie von 15 bis 18 Uhr und sonnabends von 9.30 bis 12 Uhr.

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