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Projekt in Quickborn : Per Rampe auf den Pony-Rücken

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Jugendliche der Bildungs- und Förderstätte Himmelmoor bauen eine Aufstiegshilfe für Menschen mit Behinderungen.

von
erstellt am 01.Jun.2016 | 12:15 Uhr

Quickborn | Marcel Klein kann nicht gehen, aber reiten. Der 17-jährige Schenefelder leidet an mehreren schweren Behinderungen. Aber wenn er hoch oben auf dem Fjordpony Sjona sitzt und sich um das etwa vier Hektar große Gelände der Bildungs- und Förderstätte Himmelmoor (bfh) in Quickborn tragen lässt, strahlt er.

Die Heilerziehungspfleger der Einrichtung der Norddeutschen Gesellschaft für Diakonie und der Lebenshilfe Pinneberg kümmern sich unter der Woche täglich um ihn und weitere 23 Gäste. Sie alle leiden an gravierenden körperlichen und geistigen Einschränkungen. Fast jedem von ihnen bereitet das Reiten Spaß, aber der Weg auf den Rücken der Ponys stellt eine erhebliche Herausforderung dar. Bisher hoben mehrere Heilerziehungspfleger Klein erst auf einen Betonpoller und dann in den Sattel. „Das war nicht so rückenschonend“, sagte Angelika Mattes, Leiterin der bfh-Tagesförderstätte. Gestern stellte sie eine neue Aufstiegsrampe vor, die dem Team das Leben erleichtert.

An einem von vier Betonsockeln eines abgebauten Wettermastes schütteten Jugendliche eine etwa 15 Meter lange Rampe auf und pflasterten sie. Sie lernen bei der bfh den Beruf des Gärtners im Garten- und Landschaftsbau. Ein Schlosser in Rente brachte auf der Seite gegenüber eine Treppe und auf dem Poller Gitterroste an.

Neben diese Anlage führte die Reittherapeutin Julia Selk gestern ihr Pony. Dann schob der Heilerziehungspfleger Tobias Bopp den 17-Jährigen über die Rampe auf das Podest und hob ihn auf den Rücken des Reittiers.

Selk hält gegenüber der Einrichtung an der Heinrich-Hertz-Straße sechs Therapiepferde. An jedem Dienstag bringt sie eines mit und leitet jeweils acht Gäste der Tagesförderstätte beim Reiten an. Die Pferde haben eine gute Wirkung auf Menschen mit mehrfachen Behinderung. „Wer eine Spastik hat, entspannt durch den gleichmäßigen Rhythmus und die Wärme seine Muskeln“, erläuterte Mattes. Selk hat beobachtet: „Manche haben aufgrund eines Autimus große Ängste, überwinden sie aber, weil sie das Pferd so spannend finden.“ Andere würden große motorische Schranken überwinden, weil sie unbedingt reiten wollen. Eine Besucherin steht zwar lieber auf ihren eigenen Beinen, füttert die Tiere aber mit Hingabe. Die Pferde zu striegeln und zu riechen, seien wertvolle Sinneserfahrungen, betonte Selk.

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