zur Navigation springen
Quickborner Tageblatt

19. November 2017 | 22:48 Uhr

Partei Aktives Ellerau vor der Auflösung

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Kommunalwahl Kandidaten für die Liste fehlen

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Zur Kommunalwahl im Mai des kommenden Jahres wird in Ellerau voraussichtlich eine Partei weniger zur Wahl stehen. Vorsitzender Joachim Dose (Foto links) und Fraktionschef Jörg Jessen haben angekündigt, den Mitgliedern von Aktives Ellerau (AE) die Auflösung der Wählergemeinschaft vorschlagen zu wollen. „Das Interesse an einer Mitgliedschaft und Mitarbeit ist immer weiter zurückgegangen“, sagte Dose im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die politische Landschaft in Ellerau ist im Vergleich eher ungewöhnlich. Hier sind es weniger die großen Parteien, die die Geschicke der Gemeinde bestimmen, sondern die Wählergemeinschaften. Und davon gibt es gleich mehrere. Der vor mehr als 50 Jahren gegründete Bürgerverein Ellerau (BVE) verfügt über neun Sitze und ist damit stärkste Fraktion. Das Bürgerforum (BF) gehört ebenso wie Aktives Ellerau mit jeweils zwei Sitzen zu den kleinen Fraktionen. Außerdem sitzen im Gemeinderat sieben Sozial- und ein Freidemokrat, je ein Vertreter von CDU und AfD und ein parteiloser Abgeordneter.

Drei Sitze waren es nach der Wahl 2013 – das Ergebnis markiert einen Tiefpunkt in der Entwicklung der mit elf Jahren noch recht jungen AE. „Wir sind damals schon geschwächt in die Kommunalwahl gegangen“, so Dose, der ein „erlahmendes Interesse“ an der Arbeit der Wählergemeinschaft ausmachte. Einige der besonders aktiven Mitglieder gaben aus gesundheitlichen, beruflichen oder Altersgründen auf, ein Verlust, der nie wirklich aufgefangen werden konnte. Dazu gehörte 2015 auch Parteichef Dose. Für ihn rückte Heiko Evermann nach, der die AE-Fraktion inzwischen allerdings gegen die AfD eingetauscht hat. Nun sind es im Gemeinderat nur noch Bianca und Jörg Jessen, die die politische Fahne der AE hoch halten.

Inzwischen hat die einst als Protestpartei gebildete Wählergemeinschaft noch 16 Mitglieder. Dabei war der Anfang kurz nach der Jahrtausendwende durchaus verheißungsvoll. Als die AE 2008 erstmals bei einer Kommunalwahl antrat, holten die Kandidaten in Ellerau auf Anhieb neun der insgesamt zehn Direktmandate. „Wir haben richtig eingeschlagen. Die Ellerauer waren alle auf unserer Seite“, so Dose. Grund waren die damals neuen Pläne der schwarz-roten Landesregierung, kleineren Kommunen wie Ellerau das Recht auf Selbstständigkeit zu entziehen und sie in eine Verwaltungsgemeinschaft zu bringen. Die Gegner dieser Pläne, darunter zahlreiche Christdemokraten, fanden unter dem Dach der AE ein neues politisches Zuhause.

Von der damaligen Euphorie ist heute nur wenig übrig. Deshalb wollen Dose und Jessen den Mitgliedern während der nächsten Hauptversammlung Anfang 2018 die Auflösung der Wählergemeinschaft empfehlen. Bevor es sich das Ehepaar Jessen dann im kommunalpolitischen Ruhestand einrichtet, würde die AE der Gemeinde gern noch ein Abschiedsgeschenk machen: die Boule-Bahn.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen