Quickborn : Pappel-Invasion in Quickborn-Heide

Der städtische Pappelwald rückt immer näher:  Lehrerin Marion Lambeck  hat seit Jahren mit den Folgen zu kämpfen.
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Der städtische Pappelwald rückt immer näher: Lehrerin Marion Lambeck hat seit Jahren mit den Folgen zu kämpfen.

Baumschösslinge vom städtischen Grundstück wuchern wild im Privatgarten, was die Eigentümerin verärgert. Ihr Vorwurf: Die Stadt reagiert nicht.

shz.de von
25. Juni 2014, 10:00 Uhr

Wenn Marion Lambeck in ihrem Garten an der Lornsenstraße in Quickborn-Heide steht, blickt sie auf einen kleinen Wald voller Pappeln, der sich auf dem städtischen Nachbargrundstück befindet. Nicht der schlechteste Ausblick. Könnte man meinen. Doch die Triebe der meterhohen Pappeln wuchern wie wild in ihrem Garten.

„Ich habe etwa 200 Pappelschösslinge gezählt. Wenn ich die Ableger oben abreiße, bleiben die Wurzeln drin stecken“, sagt Lambeck. Die hätten einen Durchmesser von vier bis fünf Zentimetern.

Das ganze Ausmaß der Pappel-Invasion ist gut zu sehen: Über die ganze Rasenfläche hinweg haben sich die Pappeltriebe ausgebreitet. Und wie ist es mit abmähen? Keine Chance: „Das regt das Wachstum der Ableger an“, weiß die Lehrerin aus eigener Erfahrung. Und überhaupt: Mittlerweile sei der Rasen durchwurzelt. Aber damit nicht genug: Mittlerweile bröckeln Teile der betonierten Terrasse. Längst hätten die Wurzelausläufer auch auf die Nachbargrundstücke übergegriffen. „Es muss etwas passieren“, sagt sie. Der Wert des Grundstücks und des Gartens werde geschmälert.

Dabei ist Lambeck längst an die Stadt herangetreten. „Seit fünf Jahren bin ich mit der Stadt im Gespräch. Ich weise ständig auf das Problem hin. Zwar gab es im letzten Jahr eine Begehung und ein städtischer Gärtner hat Handlungsbedarf festgestellt, aber passiert ist nichts“, sagt die Lehrerin, die am Elsensee-Gymnasium unterrichtet. Sie schlägt vor, die Wurzeln außerhalb des Zauns zu kappen.

Dass die Stadt die Situation auf die leichte Schulter nimmt, kann Lambeck nicht verstehen. „Es wächst munter weiter.“ Weswegen sie im Mai einen Brief mit dem Vermerk „Gefahr im Verzug“ an Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) geschickt hat, denn die Pappeln breiten sich auch in Richtung Straße hin aus. „Für die Kanalisation und die vor einem Jahr gelegte Telquick-Leitung besteht möglicherweise Gefahr“, sagt sie. „Was mich ein wenig ärgert ist, dass ich keine Stellungnahme bekommen habe.“

Letzter Höhepunkt im Zuge des Pappel-Ärgers: Bei einem Wintersturm seien auf dem städtischen Grundstück 25 Pappeln und Birken umgekippt. „Bei jedem Sturm bin ich unruhig, dass Bäume auf das Grundstück und das Dach unseres Hauses fallen könnten.“ Sollte die Stadt keine Maßnahmen ergreifen, will Lambeck einen eigenen Gärtner beauftragen, um alles, was da wächst, entfernen zu lassen und die Kosten der Stadt in Rechnung stellen.

In der Verwaltung kann man die ganze Aufregung nicht verstehen: „Wir erkennen keinen Handlungsbedarf. Die Beeinträchtigung durch die Bäume ist hinzunehmen“, sagt Fachbereichsleiterin Birgit Raphael.
Außerdem dürfte man bis zum 15. Oktober sowieso nicht fällen.

„Die Stadt hat gegenüber den Anwohnern eine Sorgfaltspflicht. Eigentum verpflichtet“, sagt hingegen Lambeck. Sie wird weiterkämpfen. Notfalls mit einem Anwalt.



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