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Hochwasser-Hilfe in Sachsen : Orden für die Hasloher Feuerwehr

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Feuerwehrleute aus Hasloh leisteten spontane Hilfe nach der Elbe-Flut im Juni 2013. Sie haben Brunnen gesäubert und Wasser gepumpt. Das Land Sachsen hat sie dafür jetzt ausgezeichnet.

Hasloh | Ihre private Initiative brachte der Hasloher Feuerwehr jetzt eine hohe Auszeichnung ein: Das Land Sachsen verlieh der Wehr den „Sächsischen Fluthelfer Orden 2013“. Sieben Kameraden waren im vergangenen Juni aufgebrochen, um die Wehr in Neichen, einem Stadtteil der Stadt Trebsen, im Kampf gegen die Wassermassen zur Seite zu stehen.

Es waren damals die Bilder des Hochwassers, die dem Hasloher Brandmeister Lars Breckwoldt keine Ruhe ließen. „Die brauchen dort Hilfe“, dachte er sich – und griff kurzerhand zum Telefon, um in der Koordinationsstelle in Grimma anzurufen. Dort nahm der stellvertretende Kreisbrandmeister Christian Pfaff den Hörer ab und reagierte ebenso spontan auf das Hilfsangebot: „Trebsen schreit nach Hilfe“, sagte er kurz und bündig.

So führte der pure Zufall sieben Hasloher an die Mulde. Der Nebenfluss der Elbe, kaum größer als die Pinnau, war zu einem reißenden Strom angeschwollen, der Straßen und Brücken mit sich gerissen hatte. „Wir haben uns auf den Weg gemacht, nachdem Bürgermeister Bernhard Brummund uns grünes Licht gegeben hatte“, berichtet Wehrführer Thomas Krohn.

Der Empfang war mehr als herzlich: „Ein Konvoi holte uns von der Autobahnausfahrt ab – wahrscheinlich hätten wir den Weg sonst gar nicht finden können“, so Krohn. Nachdem die Hasloher in der Feuerwache mit Feldbetten ihr Quartier aufgeschlagen hatten, machten sie sich ans Werk. „Als erstes säuberten wir die Brunnen, um die Trinkwasserversorgung wieder herzustellen“, erzählt Krohn. Besonders wichtig sei das für den Bauern gewesen, dessen 760 Kühe tagelang kein sauberes Wasser hatten.

Mit Schmutzwasserpumpen aus dem Privatbesitz der Hasloher Feuerwehrmänner unterstützen die Freiwilligen die örtliche Wehr. „Deren Ausstattung ist uralt, sie hatten gerade einmal eine einzige Pumpe“, erinnert sich Krohn. Die finanziellen Mittel der Gemeinde reichten bei Weitem nicht aus, die Anschaffung zahlreicher Gegenstände, wie etwa Funkgeräte, seien nur durch einen Förderverein möglich.

„Alle waren wirklich sehr nett und freundlich zu uns, da sind in kurzer Zeit richtige Freundschaften entstanden“, sagt Krohn. So wunderte er sich auch nicht, als kürzliche aus Neichen die Einladung zur Jahreshauptversammlung der Wehr ins Haus flatterte. Eine Hasloher Delegation nahm teil – und wurde mit Orden und Urkunde „völlig überrascht“, wie Krohn berichtet.

Fast genauso erstaunt waren die Hasloher, dass ein gutes halbes Jahr nach den Überschwemmungen Straßen und Brücken wieder komplett intakt sind. Und so stabil, wie die Bande zwischen den beiden Orten: „Zu Pfingsten erwarten wir Besuch aus Neichen“, kündigt Krohn an.

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erstellt am 22.Feb.2014 | 06:00 Uhr

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