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Quickborner Tageblatt

21. Oktober 2017 | 17:52 Uhr

Ellerau : Operngeschichte aus 30 Kehlen

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Volkshochschulchor Musenkuss präsentiert bei seinem Jahreskonzert Stücke aus der Zeit zwischen dem 17. und 20. Jahrhundert.

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2015 | 10:00 Uhr

Ellerau | Axel Schaffran hatte es anders geplant. „Wir wollten eigentlich von einem Streichquartett begleitet werden. Einer ist nun ausgefallen und wie man das bei einem Quartett nun einmal kennt, kann dann auch nicht zu dritt gespielt werden“, sagte der Leiter des Volkshochschulchors Musenkuss. Kurzerhand sprang er also beim Jahreskonzert im Bürgerhaus Ellerau selbst ein und begleitete die etwa 30 Sänger am Klavier.

Der Titel des Programms verriet das Thema des Abends: „Was gleicht wohl auf Erden dem Opernvergnügen?“. Der Chor präsentierte Stücke aus der Zeit zwischen dem 17. und 20. Jahrhundert. Dazu gab es allerhand historische Informationen von Schaffran. „Eigentlich waren Opernchöre reine Geldverschwendung. Doch sie sorgten für die Stimmung. Letztendlich ist das eine manipulative Schweinerei“, sagte der Chorleiter mit einem Lachen.

Die „Musenküssler“ präsentierten unter anderem eine moderne Version der Habanera von Maurice Ravel. Diese wurde aus einem ganz bestimmten Grund ausgesucht. Laut Schaffran sind die französischen und italienischen Übersetzungen ins Deutsche „meist furchtbar kitschig“. „Sozialkritische Themen wurden einfach rausgeschnitten. Wir wollen das Übersetzungsproblem am eigenen Leib präsentieren“, erklärte er.

So auch das Lied „Cheek to cheek“ von Irving Berlin aus dem Jahr 1935. „In beiden Stücken finden sie eine kitschigere und romantischere Version von Liebe“, sagte Schaffran. Auch der bekannte Hochzeitsmarsch von Richard Wagner aus der Oper „Lohengrin“ stand auf dem Programm des Chors. „Das ist das am häufigsten in Kirchen gespielte Opernlied“, erklärte der Chorleiter. Aber nicht nur Romantik bot der Chor Musenkuss dar, sondern auch Zünftigeres, denn: „Trinkszenen gibt es in Opern zu Hauf. Es wird gesoffen auf jeden und zu jeder Zeit“, sagte Schaffran lachend. Das Publikum war von dem vielfältigen Programm begeistert. „Ich hätte es mir nicht so abwechslungsreich vorgestellt und die Erläuterungen des Leiters waren sehr unterhaltsam“, sagte Thekla Horthfeld aus Norderstedt.

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