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Abitur in acht Jahren : Noch genügend Zeit zum Spielen

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium: Eine Umfrage unter den Fünftklässlern zum Thema G8 räumt mit Vorurteilen auf.

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erstellt am 14.Jan.2014 | 16:00 Uhr

Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (DBG) in Quickborn räumt mit Vorurteilen auf und bringt neue Erkenntnisse über das Abitur in acht Jahren ans Licht: „Unsere Schüler sind mit G8 zufrieden“, sagen Schulleiterin Angelika Lahrs und ihr Stellvertreter Manfred Brandt. Ihre Aussagen stützen sich auf eine Online-Umfrage unter 71 Fünftklässlern. Gestern stellten Lahrs und Brandt die Ergebnisse vor.

Schüler fühlen sich in ihren Klassen sehr wohl

Danach geben 67,61 Prozent der befragten Fünftklässler an, neben der Schule noch genügend Zeit für ihre Hobbys und zum Spielen zu haben. 71,83 Prozent der Schüler fühlen sich in ihren Klassen sehr wohl, 57,75 Prozent benötigen für ihre Hausaufgaben pro Tag meistens zwischen 15 und 30 Minuten, 30,99 Prozent zwischen 30 Minuten und einer Stunde.

Das kann DBG-Schülersprecher Bjarne Abbé (16), selbst G8-Schüler, nur bestätigen: „Mir gefällt es. Ich hatte keine Probleme. Aus Gesprächen weiß ich, dass andere Schüler ähnliche Erfahrungen gemacht haben.“ „Der achtjährige Bildungsgang bis zum Abitur ist bei uns am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium schülerorientiert und gut gestaltet“, lautet dann auch das gemeinsame Fazit von Lahrs und Brandt.

Zwei Gründe waren ausschlaggebend für die Umfrage am DBG. „Mit Entsetzen haben wir im vergangenen Jahr verfolgt, dass Eltern stark verunsichert sind und befürchten, dass die Schüler durch G8 überfordert seien und die Kindheit verloren gehe“, erläutert Lahrs.

Zudem sei eine Broschüre mit dem Titel „G8 – gut gemacht“ vom Bildungsministerium veröffentlicht worden. Laut eigener Untersuchungen kommt das Ministerium im Heft zum Schluss, dass es in der Bewertung von G8 und G9 keine signifikanten Differenzen der jeweiligen Schülerschaft gebe. „Wir haben konkret überprüft, ob dies auch für uns als G8-Gymnasium vor Ort zutrifft“, sagt Lahrs.

Außerdem werden in dem Info-Heft zehn Bausteine für eine erfolgreiche Gestaltung des achtjährigen Bildungsgangs an Gymnasien beschrieben. „Die Broschüre des Bildungsministeriums kommt zu spät. Wir haben keine neuen Anregungen gefunden“, sagt Brandt, weil die Ratschläge am DBG bereits umgesetzt würden. Einige Beispiele: Die Kernfächer Deutsch, Mathematik und Englisch wurden gestärkt, weil sie bis zum Abitur durchlaufen. Es werde viel in Doppelstunden unterrichtet, so dass die Schüler weniger Fächer pro Tag haben und damit auch weniger Hausaufgaben. Des Weiteren habe kein Fünftklässler einen so genannten „Langtag“ mit mehr als sechs Unterrichtsstunden. In Mittagspausen können sich die Schüler in der Mensa mit frisch gekochtem Essen versorgen.

Motivation entscheidet über Erfolg

„G8 ist nicht schwieriger. Schüler, die damit Probleme haben, haben sie auch bei G9“, sagt Lahrs. Über den Schulerfolg entscheide letztendlich die Motivation der Schüler und der Zuspruch aus dem Elternhaus. So habe sich die Abbrecherquote zwischen G8 und G9 nicht verändert, so die Leiterin.

Bürgermeister Thomas Köppl (CDU), der bei der Präsentation anwesend war, staunte über die Ergebnisse der Umfrage nicht schlecht: „Das hätte ich so nicht erwartet. Man hört immer, dass G8 etwas Fürchterliches und Schreckliches sei“, sagt er und fordert: „Was wir brauchen, ist ein stabiles Schulsystem. Wir sollten es jetzt so lassen, wie es ist.“

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