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Quickborner Bücherei : Nie mehr Schlange stehen

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Mit Hilfe der neuen RFID-Technik können Kunden ihre Medien selbst ausleihen. Die Kosten für die Anschaffung belaufen sich auf 15.000 Euro

shz.de von
erstellt am 15.Okt.2013 | 16:29 Uhr

Ein paar Meter hinter dem Eingang der städtischen Bücherei, auf der linken Seite, steht eine neue Station mit einem Flachbildschirm. Verkleidet ist sie mit Edelstahl. Mitarbeiterin Kerstin Kranz nimmt ihren Leseausweis und hält ihn vor das rote Scannerlicht im Terminal – schon sind ihre Daten erfasst. Dann legt sie ein Buch, das sie ausleihen möchte, auf das markierte Feld. Auf dem Bildschirm erscheint sofort der Titel. Auch die Buchung erfolgt automatisch. Wer will, kann sich einen Bon ausdrucken lassen, auf dem der Tag der Ausleihe und der Rückgabetermin vermerkt sind. Der ganze Vorgang hat nicht einmal eine halbe Minute gedauert.

Was in Wedel und Norderstedt schon gang und gäbe ist, hat jetzt auch Einzug in die Quickborner Bücherei gehalten: Mit Hilfe der RFID-Technik können Kunden ihre Medien selbst ausleihen – ohne dass sie sich, wie bisher, an den Tresen stellen und darauf warten müssen, dass die Mitarbeiter die Bücher registrieren.

RFID steht als Abkürzung für Radio Frequency Identification (deutsch: Identifizierung mit Hilfe von elektromagnetischen Wellen). „Für die Einführung der neuen Technik war es erforderlich, alle Medien mit RFID-Etiketten zu versehen und neue technische Geräte zu installieren“, erläutert Kranz. Deswegen war die Bücherei zwei Wochen lang geschlossen. Acht Kollegen haben 32 000 Medien mit einem RFID-Chip versehen. Jedes Buch, jede CD und DVD hat nun einen kleinen Mikroprozessor, auf dem alle wichtigen Daten wie der Name und der Standort gespeichert sind. „Per Funkfrequenzen korrespondieren die Chips mit der Software der Bibliothek“, erklärt Kranz. Auch Langfinger haben keine Chance mehr: „Wenn das Buch nicht gescannt worden ist und man die Sicherheitsschranke am Eingang passiert, ertönt ein Piepgeräusch“, sagt Kranz.

Attraktivität der Bücherei steigern

Zu den Vorteilen der neuen Technik gehört es, dass Warteschlangen entfallen und die Mitarbeiter der Stadtbücherei nun mehr Zeit für andere Aufgaben haben. „Besonders am Sonnabendmorgen ist in der Bücherei viel los“, so Kranz. „Wir wollen mit moderner Technik der Entwicklung folgen und die Attraktivität der Bücherei steigern“, sagt Fachbereichsleiter Burkhard Arndt. Es gehe nicht darum, Personal zu entlassen. Ganz im Gegenteil: „Nach der Statistik des Büchereivereins Schleswig-Holsteins sind wir unterbesetzt. Statt 4,2 Stellen haben wir 3,14. Mit dem Selbstbedienungssystem wollen wir das ausgleichen“, sagt Arndt. Bei den Nutzern der Bücherei komme das neue System gut an, so Kranz’ Erfahrung. „Aber es kommen noch viele an den Tresen, weil sie gern mit uns ein paar Worte wechseln möchten“, berichtet sie.

Die Städtische Bücherei

Vom Container  ins Forum: 2007 ist die  Bücherei mitten in die City gezogen. Auf  einer Fläche von 900 Quadratmetern können  32000 Bücher, Hörbücher, CDs, DVDs und Zeitschriften ausgeliehen werden.  Die Stadt bezuschusst die Einrichtung jährlich  mit  340000 Euro. Öffnungszeiten: montags, dienstags,  donnerstags und freitags von 10.30 bis 14 Uhr und von 15 bis 18 Uhr. Am Sonnabend ist die Bücherei  von 9.30 bis 12 Uhr geöffnet.

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