Hasloh : Neujahrsempfang der CDU

Die Vorsitzende Dagmar Steiner begrüßte die Anwesenden auf dem Neujahrsempfang.
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Die Vorsitzende Dagmar Steiner begrüßte die Anwesenden auf dem Neujahrsempfang.

Neujahrsempfang der CDU Hasloh startet mit Gedenken. Referent Peter Lehnert ist gegen die Abschaffung von Noten.

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13. Januar 2015, 16:00 Uhr

Hasloh | Ungewöhnlich ernste Mienen hatten die Gäste des Neujahrsempfangs der Hasloher CDU. „Das neue Jahr begann mit einem Anschlag auf die Meinungs- und Pressefreiheit“, sagte die Vorsitzende Dagmar Steiner (Foto) in ihrer Begrüßung und bat um eine Schweigeminute, um den Opfern des Terroranschlags in Paris zu gedenken. „Wir müssen unsere demokratischen Werte auch Kindern vermitteln – und damit sind wir schon mitten im Thema“ so Steiner, die damit das Wort an Peter Lehnert (Foto) übergab. Der Bilsener Bürgermeister und Mitglied des Kieler Landtags vertrat die erkrankte CDU-Referentin Heike Franzen.

„Schulnoten, Lehrerausbildung, Inklusion – das sind nur ein paar Stichworte aus dem Bildungsprogramm, die ich gern aufgreifen möchte“, stellte Lehnert die Themen vor. Dem Vorschlag, künftig in der Grundschule keine Noten mehr zu geben, erteilte nicht nur Lehnert eine klare Absage: „Fast 90 Prozent der Grundschulen in Schleswig-Holstein, wollen in der dritten und vierten Klasse ein Zeugnis mit Noten“, berichtete Lehnert. Einen zusätzlichen Entwicklungsbericht zum Leistungsfortschritt der Schüler halte er für sinnvoll. „Der Bericht allein sagt jedoch wenig aus, gerade wenn es darum geht, eine weiterführende Schule auszuwählen“, so Lehnert.

Viele Fragen werfe das Thema Inklusion auf. „Mit welcher Geschwindigkeit, mit welcher Verpflichtung soll das passieren?“, fragt Lehnert. Am Beispiel blinder Kinder etwa werde deutlich, dass diese in Förderzentren besser unterrichtet werden könnten, als an einer Grundschule. „Laut Gewerkschaft werden etwa 1000 zusätzliche Lehrerstellen nötig, um den Anforderungen gerecht zu werden – für das kommende Schuljahr wurden 40 Stellen eingerichtet“, berichtete Lehnert. Seine Partei werde sich für stärkere Förderung im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten einsetzen, betonte Lehnert. Für wenig hilfreich halte er es, wenn die Landespolitik hehre Ziele ausrufe, jedoch dafür keine Mittel zur Verfügung stelle.

Abitur nach acht oder neun Jahren

Als klarer Befürworter des so genannten Y-Modells – Abitur nach acht oder neun Jahren – an Gymnasien berichtete Lehnert von seinen Erfahrungen als Vater dreier Kinder. „Meine Tochter macht das Abitur nach acht Jahren am Barmstedter Gymnasium, meine beiden Söhne nach neun Jahren“, so der Politiker. Dies entspreche dem Lerntempo des jeweiligen Kindes. „Entscheidend ist doch, dass am Ende ein gleichwertiger Abschluss steht – ganz egal, ob das Abitur an einem Gymnasium oder einer Gemeinschaftsschule mit Oberstufe abgelegt wurde“, sagte Lehnert. Er sträube sich gegen die Gleichmacherei, weil Kinder nun mal unterschiedlich seien. Die Durchlässigkeit der Bildungswege halte er deshalb für besonders wichtig.

Auf die Ausführungen Lehnerts folgte eine angeregte Diskussion der etwa 30 Gäste. Unter ihnen war auch Christian Grunow, Schulelternbeiratsvorsitzender des Quickborner Elsensee-Gymnasiums, das außer dem Barmstedter Gymnasium die zweite von insgesamt vier Schulen in Schleswig-Holstein ist, die das Y-Modell anbieten. „Es kann nicht sein, dass der Lehrplan für den G  8-Zug zusammengestrichen wird – die Inhalte müssen mit dem G  9-Zug übereinstimmen“, forderte Grunow. „Die Strategie muss stimmen – und Kooperationen müssen möglich sein. Wir sind für Pluralität der Schulen und auch der Lehrerausbildung“, sagte Steiner zum Abschluss.

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