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Erste Heilige Messe im Amt : Neuer Erzbischof für Hamburg und Schleswig-Holstein in Quickborn

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

„Kraft, Dynamik und Lebendigkeit“ - Zur ersten heiligen Messe im Amt besuchte Stefan Heße, der neue Erzbischof für Hamburg und Schleswig-Holstein, Sonntag Quickborn.

shz.de von
erstellt am 16.Mär.2015 | 16:15 Uhr

Quickborn | Mit schnellen Schritten geht er über den Parkplatz der St. Marien-Kirche, wo kurz zuvor der silberne Mercedes mit Hamburger Kennzeichen angekommen ist. Der neue Erzbischof Stefan Heße schüttelt ein paar Hände, die Mundwinkel dann und wann zu einem Schmunzeln hochgezogen, als hätte ihn gerade etwas amüsiert. Dann beginnt auch schon der offizielle Teil – Ministranten und Bischof ziehen in die Kirche am Kurzen Kamp ein. Es ist die erste Heilige Messe, an der Heße in seinem neuen Amt teilnimmt. „Wir können es noch gar nicht begreifen, dass der Erzbischof hier in Quickborn ist“, fasst Pastor Wolfgang Guttmann die Stimmung der Gemeinde in Worte.

Bis hoch auf die Empore sind alle Plätze besetzt, als Heße, begleitet von seinen Eltern und seiner Tante, die Besucher begrüßt. Mit einem Augenzwinkern erzählt er über die Tatsache, dass er mit 48 Jahren der jüngste Erzbischof Deutschlands ist. „Das wird sich schon irgendwann ändern“, sagt er und schmunzelt erneut. Mehr als nur eine Erwähnung ist es ihm dennoch wert, dass nicht nur er, sondern auch das Bistum Hamburg – zu dem auch Schleswig-Holstein und Mecklenburg gehören – die jüngsten der deutschen Geschichte sind. Noch dazu sei das Bistum das flächenmäßig Größte in ganz Deutschland. „Das ist gar nicht so verkehrt, kann es uns doch auf die richtige Spur bringen“, so Heße. Die richtige Spur, das bedeutet Verjüngung, vor Allem in der katholischen Kirche. „Ist der Lack nicht vielleicht ab?“, fragt er die Gemeinde. Die Antwort gibt er sogleich selbst: „Ich glaube nicht!“. Er sei froh, dass man auf dem Glauben seiner Vorfahren aufbauen könne. „Doch vergreisen Sie nicht im Glauben!“, mahnt der neue Erzbischof. Von wachsender Kraft, von Lebendigkeit und Dynamik spricht er – davon, die „Weite des Lebens“ zu sehen. Dass er Visionen hat, das ist klar. Mit weiten Gesten, mit erhobenen Armen redet Heße über seinen Glauben. „Gott ist kein Kleinkrämer – er ist ein Gott der Fülle und der Weite“. Damit kommt der Erzbischof zurück auf Hamburg, das sein neues Zuhause ist. „Das jüngste und weiteste Bistum, das ist ein schönes Bild, das die nächsten 27 Jahre vor mir liegt“.

Und da ist es wieder, das Schmunzeln, das die Quickborner Gemeinde mitreißt, die ihr Glück noch gar nicht fassen kann, die ersten zu sein, bei denen der frischgeweihte Erzbischof Station macht. Jeder möchte nach der Messe ein Foto des Würdenträgers, er schüttelt Hände, lacht und albert mit den Kindern herum und setzt einem von ihnen kurzerhand den Zucchetto auf den Kopf – bis der nächste Termin ansteht, und der Bischof schnellen Schrittes wieder in Richtung Parkplatz schreitet.

Bei einem feierlichen Gottesdienst ist Stefan Heße am Sonnabend im Hamburger St. Marien-Dom zum Erzbischof geweiht worden. Die Zeremonie im voll besetzten Dom leitete der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode. „Wir alle danken Dir für Deine Bereitschaft und wünschen Dir, dass Du die Sehnsucht nach dem weiten Meer – mit „ee“ und mit „eh“ geschrieben – nicht verlierst“, sagte Bode. Der neue Erzbischof zählt zu den Hoffnungsträgern der katholischen Kirche und gilt als offen, kommunikativ und authentisch.
Neben Vertretern aus Politik und Gesellschaft nahmen auch 24 katholische Bischöfe an der Feier teil, darunter der Vorsitzende der deutschen Bischifskonferenz  Kardinal Reinhard Marx. Er sagte, als  jüngstes Mitglied der Konferenz habe  Heße  (48) ein paar Jahrzehnte vor sich: „Da kann man viel prägen, wenn man langfristig arbeitet und denkt.“
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