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Finanzausschuss : Neue Streitrunde um Bürgermeisteramt in Ellerau

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Bürgerverein sucht Mehrheit für Umstellung auf Hauptamtlichkeit.

Ellerau | Haupt- oder ehrenamtlich? Wie soll der nächste Bürgermeister der Gemeinde Ellerau arbeiten? Der Streit um diese alte Frage geht morgen in die nächste Runde.

Der Koordinierungs- und Finanzausschuss soll zwar nur den Termin der Umstellung auf eine hauptamtliche Leitung, die Amtsdauer und die Aufwandsentschädigung festlegen. Doch an diesen Formalien könnte sich erneut eine Grundsatzdiskussion entzünden.

Wie berichtet, hatte die Gemeindevertretung die Einführung der Hauptamtlichkeit im März mehrheitlich beschlossen. Doch im Januar kassierte das Land die Entscheidung unter anderem deshalb, weil das Datum der Umwandlung des Postens im Beschluss fehlte. Die Politik muss nachbessern.

Die SPD äußerte bereits die Hoffnung, dass die Mehrheit zugunsten eines ehrenamtlichen Bürgermeisters kippen wird. Dagegen hält der Bürgerverein Ellerau (BVE) als stärkste Fraktion an der Forderung nach einer hauptamtlichen Kraft fest. Eine Mehrheit kann der Vorsitzende Joachim Wehner mit neun von 24 Sitzen im Rat aber nicht aufbringen. Er muss vier Gemeindevertreter außerhalb seiner Fraktion für sein Anliegen gewinnen.

Als Hauptargument führte Wehner im Gespräch mit unserer Zeitung die Aufgabenfülle einen Bürgermeisters an. Er sei Repräsentant, Manager und Impulsgeber der Gemeinde, zudem der zentrale Ansprechpartner für die Bürger. „Er müsste von früh bis spät unterwegs sein, um Dinge voranzubringen. Das ist eine ziemliche Aufgabe, die Hauptamtlichkeit erfordert“, betonte Wehner. Seine Stellvertreterin Regina Stöver wies zudem auf die Notwendigkeit hin, dass der Bürgermeister als Dienstvorgesetzter von etwa 100 Mitarbeitern Zeit für Personalgespräche aufbringen können muss. Der BVE-Vorstand ist sich einig: Eine berufstätige Person mit Familie könne die Aufgabe nicht ehrenamtlich erfüllen. Auch Kellinghusen, Glücksburg und Niebüll hätten daher hauptamtliche Bürgermeister eingeführt.

SPD verweist auf steigende Kosten

Das von der SPD angeführte Kostenargument lässt der BVE nicht gelten. Zwar rechne die Verwaltung mit Jahresausgaben von 100  000 Euro für einen Hauptamtler. Der aktuelle ehrenamtliche Bürgermeister Eckart Urban erhält nach BVE-Schätzungen nur etwa die Hälfte. Aber ein ehrenamtlicher Bürgermeister könnte zudem einen Ausgleich für Verdienstausfälle beanspruchen. Seine Kosten könnten dadurch schnell auf das Niveau eines Hauptamtlers steigen.

Nicht zuletzt sei ein ehrenamtlicher Bürgermeister immer Fraktionsmitglied mit Sitz und Stimme. Das stehe dem Anspruch an ein unparteiisches Oberhaupt entgegen. Urban etwa habe öffentliche Aussagen zum Haushaltsplan mit der SPD-Meinung vermengt. Zudem erinnerte Wehner daran, dass sich auch die Sozialdemokraten zu Anfang der Wahlperiode für die Einführung der Hauptamtlichkeit ausgesprochen hatten. Die Sitzung im Rathaus, Berliner Damm 2, beginnt um 19.30 Uhr.

 

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erstellt am 15.Feb.2017 | 13:00 Uhr

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