Quickborn : Neue Optionen für die Privatschulen

Investor unterbreitet Träger Angebot für Schokoladenfabrik-Areal.

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23. Mai 2015, 16:00 Uhr

In die verfahrene Situation der Quickborner Privatschulen ist am Donnerstagabend Bewegung gekommen – und das, obwohl es mehr als eine Stunde lang nicht danach aussah. Doch nachdem der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (Asu) seine Sitzung in der Mensa der Comenius-Schule nach intensiver Diskussion unterbrochen hatte, wartete Investor Frank Lorenz mit einem überraschenden Angebot für den künftigen Standort der Johanniter-Grundschule und der Freien Gemeinschaftsschule auf, die zum 31. Juli ihre bisherige Heimstatt in den Containern am Justus-von-Liebig-Ring räumen müssen (diese Zeitung berichtete).

Für Gesprächsstoff sorgte Tagesordnungspunkt fünf, der die Vorbereitung der erneuten Änderung des Aufstellungsbeschlusses für den ersten Teil des Bebauungsplans Nummer 97 „Gewerbegebiet Mitte“ zum Inhalt hatte. Deshalb war Elmar Süß, Geschäftsführer der Anerkannten Schulgesellschaft mbH (ASG) aus dem sächsischen Annaberg-Buchholz angereist, um die Pläne des Privatschulträgers zu präsentieren. Sie sehen vor, auf dem Grundstück südlich der Malchower Brücke und westlich des Justus-von-Liebig-Ringes eine Schule zu bauen. Zuletzt hatte die Verwaltung allerdings große Bedenken wegen des Lärmschutzes und der Verkehrssicherheit geäußert (diese Zeitung berichtete). Spätestens seit einem Gespräch am vergangenen Dienstag zwischen Vertretern der Stadt Quickborn, der Kreisverwaltung sowie ASG-Geschäftsführer Süß war klar geworden, dass der Bauantrag in seiner bisherigen Form keine Aussicht auf Erfolg haben würde – weder für den Neubau noch für die immer dringlicher werdende Zwischenlösung, die Container vom jetzigen Standort auf das von der ASG erworbene Grundstück zu verlagern.

Daran änderte sich während der Asu-Sitzung zunächst nicht viel. Nicht durch die Tischvorlage mit dem Baukonzept, das Süß den Ausschussmitgliedern dem Vernehmen nach in der Nacht vor der Sitzung zukommen lassen hatte, auch nicht durch seine Präsentation. Zwar signalisierten alle Parteien grundsätzliche die Bereitschaft, einen neuen Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans samt möglichem Schulbau zu unterstützen, aber zur Prüfung der Unterlagen bedingten sie sich mehr Zeit aus.

Für die Verwaltung verdeutlichte Bürgermeister Thomas Köppl (CDU): „Wir haben jetzt eine Situation, eine Sache die baurechtlich nicht geht, machbar zu machen.“ Aber auch wenn die Zeit dränge, sei das Verfahren nicht zu beschleunigen. Zumal ein Aufstellungsbeschluss sorgfältig für die Ratsversammlung Ende Juni vorbereitet werden müsse.

Für eine Wende sorgte nach der Pause ein Angebot von Frank Lorenz, dessen Unternehmen auf dem Gelände der ehemaligen Schokoladenfabrik Gewerbe- und Wohnbebauung plant. Wie Lorenz gestern dieser Zeitung gegenüber erklärte, könne die ASG in Person von Süß von einem 17  000 Quadratmeter großen Areal „so viel abschneiden, wie er sinnvoll für seine Schule gebrauchen kann“. Die Details habe man nach der Sitzung in einem Restaurant besprochen und zudem gestern morgen eine Bestätigung des Angebots an die ASG sowie eine Kopie an die Stadt verschickt.

„Wenn Herr Süß ein notariell beglaubigtes Kaufangebot und ein Finanzierungsmodell vorlegt“, so Lorenz, „dann wären wir bereit, a) den B-Plan dahingehend mit der Stadt zu ändern, dass es zu einer finalen Lösung kommen kann und b) eine Teilfläche zur Verfügung zu stellen, auf der kurzfristig die Container für den weiteren Schulbetrieb platziert werden können, vorbehaltlich der Genehmigung des Kreises“. Zu dieser Option kam der Vorschlag von Annabell Krämer (FDP), ein städtisches Grundstück in Tanneneck in die Suche nach einem Interimsstandort für die Container mit einzubeziehen. „Denn wenn kein B-Plan zustande kommt, müssen wir dringend nach Alternativen suchen“, sagte die Liberale gestern.

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