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Quickborner Tageblatt

23. September 2017 | 13:14 Uhr

Hasloh : „Neue Mitte“: Nachbarschaft 2.0

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Mit Hilfe einer What’s-App-Gruppe unterstützen sich 24 Neubürgerinnen gegenseitig bei Fragen und Problemen rund um den Hausbau.

Hasloh | Mit der Errichtung der Baustraße im vergangenen Herbst in der Hasloher „Neuen Mitte“ starteten die ersten Bauherren mit der Errichtung ihres neuen Eigenheims. „Ab diesem Zeitpunkt waren wir häufig hier und lernten nach und nach auch die Nachbarn kennen“, berichtet Tina Behrens, die bereits in ihr Haus im Groote Kamp eingezogen ist. Telefonnummern wurden ausgetauscht – und schnell entstand die Idee, gemeinsam eine virtuelle Gruppe zu gründen.

Als nächstes legten die Bauherrinnen beim Anbieter „What’s App“ eine geschlossene Gruppe an: Jede Nachricht wird automatisch an alle Mitglieder versandt – und wer eine Hilfestellung anbieten kann, schreibt zurück. Inzwischen sind 24 Frauen Mitglied. „Am Anfang drehte sich alles darum, wer wo was für ein Haus baut“, erzählt Behrens. Neben der virtuellen Kommunikation habe jedoch auch das reale Kennenlernen einen wichtigen Stellenwert gehabt. „Wir wollten einfach wissen: Mit welchen Nachbarn verbringen wir hier den Rest unseres Lebens“, bringt es eine der Frauen auf den Punkt. Regelmäßige Treffen habe es von Anfang an gegeben – und zahlreiche gemeinsame Themen durch den Hausbau auch.

So wurde ausführlich über das Thema Friesenwall statt Hecke oder Gartenzaun diskutiert oder Sicherheitsstandards von Fenstern ausgetauscht. „Da wir unsere Mülltonnen an den Rand des Baugebiets stellen müssen, verabreden wir uns immer zum gemeinsamen Mülltonnen-Schieben“, sagt Behrens und lacht. Auch die gegenseitigen Einladungen zum Richtfest wurden innerhalb der stetig wachsenden Gruppe ausgetauscht.

Fast alle Frauen sind Teil- oder Vollzeit berufstätig und können durch die gemeinsame Gruppe ganz pragmatische Hilfe leisten: Von „Kannst Du mal nachschauen, ob der Maurer auch wirklich da ist?“, bis „Bitte schick mir schnell ein Foto vom Rohbau“, bis zur Frage nach dem nächsten Drogeriemarkt oder einer Ausgabestelle von „Gelben Säcken“ reicht die Bandbreite. „Wir müssen ja auch alle einen Baum pflanzen – und haben uns auf verschiedene Apfelsorten geeinigt“, so Behrens weiter. Scherzhaft nennen die Neu-Hasloher deshalb jetzt ihre Straße „Apfelkamp“.

Als Nächstes steht die Einzugs-Hilfe an: „Sechs bis sieben Familien wohnen schon hier, die helfen dann mit oder passen auch mal auf die Kinder auf“, beschreibt Behrens die Nachbarschaftshilfe. Die meisten der Hausbauer kommen aus Hamburger Stadtteilen, nur wenige aus Hasloh und Umgebung. Auch dank der virtuellen Gruppe sind sie schnell zu einer Gemeinschaft zusammen gewachsen, die es so in der Stadt meist nicht gibt. Und alle haben dabei etwas entdeckt, was schon immer im Dorf wichtig war: Fürsorge füreinander.

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