zur Navigation springen
Quickborner Tageblatt

19. August 2017 | 04:36 Uhr

Quickborn : Nazi-Bunker unter der alten Post?

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Große Aufregung in der Eulenstadt: Passanten fielen im Zuge der Abrissarbeiten der alten Post besonders dicke Mauern im Erdreich auf.

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich diese Woche das Gerücht, dass unter dem alten Gebäude zwei Bunker seien – einer aus dem Zweiten Weltkrieg. Das wäre eine Sensation gewesen. Sogar ein Stopp der Arbeiten wurde gefordert.

Doch nach Recherchen dieser Zeitung zerplatzte das Gerücht so schnell wie eine Seifenblase. „Um einen Bunker handelt es sich nicht. Der Keller unter der Post diente jedoch als Luftschutzkeller“, informierte Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) auf Anfrage dieser Zeitung und in Absprache mit dem Quickborner Bauamt.

1938, so steht es in dem Buch „Quickborn anno Domini“ des Quickborner Historikers Jürgen Hühnke, wurde im September der Neubau des Postamts fertig. Zu den damaligen Vorschriften gehörte es, dass öffentliche Gebäude Keller haben mussten, die der Bevölkerung Schutz vor Angriffen aus der Luft gaben. Die Decken waren dicker als bei gewöhnlichen Kellern.

1965/66 wurde der Keller der Post erweitert und um eine Schleuse und einen Notausstieg ergänzt und mit 40 Zentimeter dicken Wänden und einer 30 Zentimeter starken Decke ausgestattet. Das war dem Kalten Krieg geschuldet.

Ein Teil dieses Kellers, in dem auch das Geld in einem Safe lagerte, war gestern auf dem Gelände der alten Post zu sehen. Er wird aber in den nächsten Tagen verschwinden. Am 29. August hat der Abriss der alten Post begonnen. Bis auf die Kellermauern im Erdreich sind von dem Postgebäude nur noch Steine und Schutt übrig. Eine Woche lang werden die Aufräumarbeiten noch dauern. Dort, wo einst ein Stück Geschichte Quickborns stand, will der Hamburger Investor Rohde ein dreigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus bauen (wir berichteten). 23 Wohneinheiten und 180 Quadratmeter Fläche für Geschäfte und eine Tiefgarage sind geplant. Rohde hat zur alten Post ein besonderes Verhältnis: Sein Vater hatte sie damals erbaut. Noch bis vor vier Jahren war in dem Gebäude die Post untergebracht. Aus Kostengründen wurde sie geschlossen – trotz Protests aus der Bevölkerung.

 

zur Startseite

von
erstellt am 21.Sep.2013 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen