Nachts in der Bibliothek erwachen Ozobots zum Leben

Den knuffigen Roboter steuerte die siebenjährige Navid gekonnt mit dem Tablet durch die Stadtbücherei.
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Den knuffigen Roboter steuerte die siebenjährige Navid gekonnt mit dem Tablet durch die Stadtbücherei.

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18. März 2019, 11:45 Uhr

Kreativität war bei der ersten Nacht der Bibliotheken in der Stadtbücherei Quickborn gefragt. Während auf der einen Seite ganz klassisch gebastelt wurde, durften die Besucher im hinteren Teil mit Filzstiften ihre Strecken für die Ozobots, Miniroboter, markieren. Die knuffigen Roboter können nicht nur Linien abfahren, sondern auch Farbcodes erkennen, nach denen sie die Richtung oder die Geschwindigkeit ändern. „Das ist ein tolles Spielzeug, und unglaublich, was die können“, sagte Christopher Ploog, der Kindern und Erwachsenen die Funktionsweise der Roboter erläuterte.

An einem anderen Modell konnten die Kinder die Grundlagen der Programmierung testen oder per Tablett R2D2 und BB8 aus der Star-Wars-Saga durch den Raum rasen lassen. „Es ist wie beim Star-Wars-Reads-Day, nur anders“, sagte Klaus Fechner, Leiter der Stadtbücherei Quickborn, lachend. Eigentlich wollte er an einem Whiteboard die Onleihe und das Angebot der Bücherei erläutern. „Das hat aber keinen so richtig interessiert“, gestand Fechner ein. Also gab er das Whiteboard frei. „Die Kinder haben einen riesigen Spaß, darauf zu zeichnen. Da räume ich doch gern das Feld“, sagte Fechner.

„Ich bin super zufrieden“, bilanzierte Fechner am Ende der ersten Nacht der Bibliotheken. Als die Idee unter den Büchereileitern des Landes Schleswig-Holstein diskutiert wurde, sagte er nicht nur zu mitzumachen, sondern engagierte sich auch in der Arbeitsgruppe. „Ich kannte das Modell ja schon aus Nordrhein-Westfalen, wo meine Frau, die auch Bibliothekarin ist, daran teilgenommen hat. Daher war ich sofort dabei“, sagte er. Von der Resonanz war er überrascht: „Ich habe nicht gedacht, dass es so voll wird“, sagte Fechner. Vor allem die hohe Anzahl der Kinder habe ihn überrascht. Ist die Bücherei bis Mitternacht ein Zukunftsmodell oder nur etwas für einen Aktionstag? „Ich bin da zwiegespalten.“

Die Sonntagsöffnung werde immer wieder diskutiert, in Hamburg werde bereits die 24-Stunden-Bibliothek getestet. „Ich halte es für problematisch, wenn das Fachpersonal nicht zur Verfügung steht“, sagt er. Bevor Ideen wie die Sonntagsöffnung Realität werden könnten, müssten die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden. „Die Entwicklung geht dahin, aber dafür sind erst einmal entsprechende Tarifverträge nötig“, erläuterte Fechner. Ein elektronisches Einlasssystem sei eine Option für längere Öffnungszeiten, aber außer fehlender Beratung durch Fachpersonal seien auch enorme Investitionen in den Umbau notwendig. „Da muss sich eine Stadt überlegen, ob sie das machen will“, sagte Fechner.

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