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Quickborner Tageblatt

19. Oktober 2017 | 23:07 Uhr

Andachtsreihe : Nach dem Trubel Ruhe finden

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Kirchengemeinde Quickborn-Hasloh feiert „Zwölf Heilige Nächte“ mit Taizé-Liedern, Gebeten und Bildmeditationen

von
erstellt am 29.Dez.2016 | 16:00 Uhr

Quickborn | Der Weihnachtsbaum neben dem Altar blieb dunkel. Seine elektrischen Kerzen versagten am Dienstagabend ebenso den Dienst wie die Glühlampe im Herrnhuter Adventsstern unter der Decke der Marienkirche in Quickborn. Doch eine Kerze, einige versteckte Lampen, die leuchtende Projektion eines Fotos auf einer Leinwand neben dem Altar und wohlgewählte Worte über das Licht und die Farben vertrieben für eine halbe Stunde die Dunkelheit.

Die Gemeinde feierte die zweite von „Zwölf Heiligen Nächten“. Vom zweiten Weihnachtstag an bis zum Epiphaniastag am Freitag, 6. Januar, versammelt sie sich an jedem Abend zu einer Andacht; eine Ausnahme bildet der Silvesterabend, an dem Pastor Rainer Patz einen Gottesdienst zum Jahreswechsel halten wird. Das Mitglied Inge Ermes begründete die Aktion: „Die Weihnachtszeit dauert bis Epiphanias, bis zur Erscheinung der Weisen.“ Die Kirchengemeinde beende die Feier des christlichen Festes daher nicht mit den Weihnachtsgottesdiensten. „Die Weihnachtszeit geht weiter“, sagte sie.

Der ehemalige Quickborner Pastor Jens-Martin Kruse rief die Aktion 2004 ins Leben. Pastor Eberhardt Lessig führte die Tradition fort. „Wir sind von Anfang an erstaunt gewesen, dass so etwas angenommen wird“, berichtete der Kirchengemeinderatsvorsitzende Hartmut Ermes, Ehemann von Inge Ermes. In diesem Jahr nahmen am zweiten Weihnachtstag etwa 15 Gäste teil, einen Abend später ungefähr 25 Menschen.

Der Ablauf folgt stets einer gleichbleibenden Liturgie aus Taizé- und Gesangbuch-Liedern sowie vorformulierten Gebeten, die Lessig im Wechsel mit der Gemeinde spricht. An jedem Abend wird ein Abschnitt aus der Weihnachtsgeschichte gelesen. Anstelle einer Predigt hält ein Gemeindemitglied eine Meditation zu einem selbstgewählten Bild. In den vergangenen Jahren stellten die Aktiven zum Beispiel Gedichte oder Personen aus der Weihnachtsgeschichte vor. „Dieser feste Rahmen soll eine Ruhe bieten, in die man sich hineingeben kann“, sagte Inge Ermes. Das Angebot spreche viele Menschen an.

Inge Ermes präsentierte ein Kirchenfenster aus der Kathedrale Notre-Dame in dem französischen Ort Chartres. Sie entdeckte „Die blaue Madonna“, wie das Bild genannt wird, bei einer Reise im September und entschied sich sofort dafür, es bei den „Zwölf Heiligen Nächten“ zu beschreiben.

Ermes erläuterte die religiöse Bedeutung der Farben, die im Licht der Morgensonne zum Strahlen kommen. „In mittelalterlichen Glasfenstern spielen Farben eine große Rolle“, sagte sie.

Im Zentrum des Bildes thront Maria vor einem roten Hintergrund. Jesus schwebt in der Gestalt eines kleinen Erwachsenen vor ihr. 14 Engel umgeben sie. Die Farbe von Marias Gewand reicht von Weiß bis Blau und deutet ihre Unschuld an. „Ihr helles Blau ist einmalig in der gesamten Kathedrale“, sagte Ermes. Die braune Farbe von Jesu Gewand zeige, dass er die Sünden der Welt trage. Im Licht der Morgensonne leuchte sein Mantel aber in Purpurbraun, was im Mittelalter als höchste Ehrenfarbe galt. Sein Schal und sein Heiligenschein sind in Grün gehalten. Die Farbe stehe für das neue Leben und Gottes Barmherzigkeit. Der rote Hintergrund zeige die Farbe des Lebens. „Durch Christus sind die Menschen nicht mehr dem Tod verfallen“, so Ermes.

Bildmeditationen: Die Redner

In jeder der „Zwölf Heiligen Nächte“ in der Quickborner Marienkirche stellt ein anderes Gemeindemitglied ein selbstgewähltes Kunstwerk vor. Heute Abend wird Irene Lühdorff die Bildmeditation halten, morgen übernimmt Wolfgang Timm diese Aufgabe. Am Freitag, 30. Dezember, stellt Wolf-Reinhard Wrege seine Gedanken zu einem Bild vor, am Sonntag, 1. Januar, Hartmut Ermes, am Montag, 2. Januar, Elsabe Kohsiek, am Dienstag, 3. Januar, Doris Patz, am Mittwoch, 4. Januar, Marianne Gasow-Weiland und am Donnerstag, 5. Januar, Christian Bergmann. Eberhard Lessig wird die Reihe am Freitag, 6. Januar, beschließen. Die etwa halbstündigen Abendandachten in dem Gotteshaus am Christian-Frederik-Hansen Platz beginnen jeweils um 19.30 Uhr.

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