Unzureichender Brandschutz : Nach dem Tod von Puten in Quickborn: Anzeige gegen Stallbetreiber

In diesem Stall in Quickborn verendeten zahlreiche Puten.

In diesem Stall in Quickborn verendeten zahlreiche Puten.

Zahlreiche Puten sind bei einem Feuer im Stall umgekommen. Nun hat die Tierschutzorganisation Peta Anzeige erstattet.

shz.de von
22. Juni 2018, 18:05 Uhr

Quickborn | Es war kein schöner Tod: Mehrere Puten sind bei einem Feuer vergangene Woche in Quickborn umgekommen. Nun hat die Sache ein juristisches Nachspiel: Die Tierschutzorganisation Peta hat nach eigenen Angaben Anzeige gegen den Stallbetreiber erstattet. Der Vorwurf: Wegen unzureichender Brandschutzmaßnahmen sei möglicherweise billigend in Kauf genommen worden, dass die Puten qualvoll erstickt oder bei vollem Bewusstsein verbrannt seien. 

„Jedes Tier, das bei einem Brand in einem Stall stirbt, wurde grob fahrlässig getötet“, meint Edmund Haferbeck, Leiter der Wissenschafts- und Rechtsabteilung bei Peta. „Der Brandschutz wird bei vielen Tierställen nicht ernst genommen. Außerdem: Wenn Tiere in einem Stall eingesperrt sind, ist es schlicht unmöglich, Soforthilfe zu leisten – dieses Risiko wird billigend in Kauf genommen“, sagt er.

Peta habe in der Vergangenheit wiederholt die bestehenden Brandschutzverordnungen kritisiert, da ein Schutz der Tiere so gut wie nicht geregelt sei, so Haferbeck. Zudem würden selbst diese unzureichenden Schutzmaßnahmen in der Praxis meist nicht umgesetzt. Aufgrund einer kritischen Lage der Löschwasserversorgung komme es bei derartigen Bränden häufiger zu Zeitverzögerungen, die eine Rettung der Tiere verhinderten. Es sei noch zu ermitteln, ob dies beim aktuellen Einsatz auch der Fall gewesen ist.

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