Heidkamp-Halle Quickborn : Muffig und düster

So könnte die Heidkamp-Sporthalle nach der Sanierung aussehen. An der Seite sind die Lichtbänder angebracht.
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So könnte die Heidkamp-Sporthalle nach der Sanierung aussehen. An der Seite sind die Lichtbänder angebracht.

Sanierung Schulzentrum-Süd: Begehung des etwa 30 Jahre alten Gebäudes mit Politik, Fachbereichsleitung und Planungsbüro.

shz.de von
19. Juni 2014, 10:00 Uhr

Quickborn | Es ist heiß, die Gänge sind eng, die Luft stickig, und wenig Licht dringt in die Halle. Etwa 30 Jahre hat die Heidkamp-Sporthalle auf dem Buckel. Keine Frage: Sie ist in die Jahre gekommen. Und damit auch jedes Mitglied des Ausschusses für Bildung, Kultur und Freizeit mit eigenen Augen sieht, wo der Zahn der Zeit genagt hat, hatte Fachbereichsleiter Ralf Gercken die Kommunalpolitiker während der jüngsten Sitzung zu einer Begehung eingeladen und ihnen kein fertiges, abstraktes Konzept vorgelegt.

Zusammen mit Vertretern des Planungsbüros KMO aus Eutin, das bereits seit zehn Jahren immer wieder in Quickborn tätig ist, die Comenius-Schule geht auf ihr Konto, zeigte Gercken auf, welche Alternativen im Zuge der Sanierung möglich sind, aber auch, wo es keine gibt.

Und so bewegte sich der Tross aus Politikern, Lehrern und Vertretern des TuS Holstein mehr recht als schlecht durch die engen Gänge: Das A und O ist die Lüftungsanlage im Bereich der Sporthalle, die, fast kaum zu glauben, die verbrauchte Luft in die Umkleideräume pustet und außerdem einen zu hohen Stromverbrauch hat. An einem Austausch der Anlage wird man wohl nicht vorbeikommen. „Es besteht wegen des energetischen Problems keine Alternative“, so Gercken. Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz habe bindende Wirkung.

Auch im Fokus sind die Oberlichter. „Hierdurch kommt das Licht eins zu eins rein“, sagt Gercken. Im Sommer zur Mittagszeit ist es gleißend hell, gegen Abend und im Winter wird's schummrig. Der Vorschlag: Die Oberlichter könnten ausgebaut oder geschlossen werden und stattdessen künstliches Licht an den Seitenwänden zum Einsatz kommen, sogenannte Lichtbänder.

Ob der sich beulende dunkle Prallschutz ausgebessert oder zusammen mit den darüber liegenden „Teppichen“ ausgetauscht wird, muss die Politik entscheiden.
Die Trennwände könnten so belassen werden. Dann wäre die Akustik wie jetzt, so Gercken. Reiner Wüstenberg, stellvertretender Leiter des Elsensee-Gymnasiums, wünscht sich allerdings neue Trennwände und somit für die Sporthalle eine bessere Akustik – wie in der Lilli-Henoch-Halle. Die Steuerung der Vorhänge sollte in der Halle möglich sein. Doch das muss die Politik entscheiden, wie Gercken immer wieder betonte.

Der Fachbereichsleiter riet davon ab, der Politik vorzuschlagen, die Halle für Veranstaltungen tauglich zu machen. Zu teuer, so das Argument, denn dann müssten beispielsweise zusätzliche Fluchtwege geschaffen und eine Entrauchungsanlage installiert werden. Brandschutztechnische Anforderungen an Bauteilen wären zu berücksichtigen.

Dass die sechs Umkleidekabinen und die verkalkten sanitären Anlagen saniert werden, steht außer Frage. In welchem Umfang, darüber wird aber zu reden sein. Möglicherweise wird die Fußbodenheizung gegebenenfalls durch Plattenheizkörper an den Seiten ersetzt. Boden und Fliesen könnten erneuert werden. Den Vorschlag von Gercken, auf Waschrinnen zurückzugreifen, fand Ausschussvorsitzende Ingrid Cloyd-Nuckel (SPD) gut.

Ob die verkalkte und versiffte Stiefelwaschanlage nach draußen verlegt wird, muss ebenfalls die Politik entscheiden. Der frei werdende Raum könnte als Lagerbereich genutzt werden. Auch das ist kein Muss. Das gilt indes nicht für das Dach im Bereich der Umkleidekabinen. Es muss komplett saniert werden.

Und dann ist da noch die stillgelegte Dusche im Lehrerbereich, die als Abstellraum dient. Stillgelegt, um einer Legionellenbildung vorzubeugen. Alte Erinnerungen werden wasch: Einen Legionellenbefall gab es bereits in dieser Sporthalle. Daraufhin wurden die Wasserleitungen ausgebessert.

Am 8. Juli werden die Ausschüsse in einer gemeinsamen Sitzung entscheiden, was gemacht werden soll beziehungsweise was nicht. Wüstenberg gab den Verantwortlichen eindringlich mit auf den Weg: „Machen Sie eine richtige Sanierung, egal wie hoch die Kosten sind!“

Auch wenn das Raumkonzept für das Elsensee-Gymnasium steht, zunächst wird im Zuge der Schulsanierung-Süd die Sporthalle Heidkamp neu sanmiert. Für das Frühjahr 2015 ist der Baubeginn geplant. Die Halle soll bereits im vierten Quartal fertig saniert sein. Dann sind die beiden Gebäude (Elsensee-Gymnasium und ehemalige Heidkamp-Realschule) dran. Zum Schuljahr 2018/2019 soll der ganze Umbau fertig sein. Über die Kosten gibt es derzeit nur Annahmen: Unter der Einbindung von Sporthalle und Außenanlagen ergibt sich nunmehr ein Betrag von etwa  9,7 Millionen Euro, teilte Fachbereichsleiter den Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Kultur und Freizeit während der jüngsten Sitzung mit.
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