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Quickborner Tageblatt

17. Dezember 2017 | 07:40 Uhr

Ellerau : Mit Zuversicht in die Zukunft

vom

Agenda 2014: Elleraus Bürgermeister Eckart Urban (SPD) spricht im Interview über die Herausforderungen der Gemeinde.

shz.de von
erstellt am 02.Jan.2014 | 16:00 Uhr

Herr Urban, ist 2013 für Ellerau gut gelaufen?
Eckart Urban:
Ich glaube, für Ellerau ist es gut gelaufen. Wir haben eine neue Gemeindevertretung und ich denke, sie arbeitet in der jetzigen Zusammensetzung gut zusammen. Wir haben Pflichten in Bezug auf Krippenplätze und Kindergartenplätze erfüllen können. Zum 1. August haben wir 20 Krippenplätze fertigstellen können und dann zu Mitte September noch weitere zehn, so dass wir insgesamt über 50 verfügen, und im Elementarbereich sind wir auch sehr gut dran, so dass wir kein Kind abweisen müssen. Das ist schon sehr positiv. Ich denke, dass wir für die nächsten fünf Jahre keine Sorgen haben müssen.

Was steht an für das nächste Jahr?
Urban:
Für das nächste Jahr stehen zwei größere Sachen an. Wir wollen weiter arbeiten an der Gewerbegebietserweiterung. Das hatte uns in diesem Jahr etwas zurückgeworfen, weil die anderen Dinge einfach Vorrang hatten und wir mit der Forstbehörde noch umfangreiche Abstimmungen vornehmen mussten. Das Thema wird aber wieder fortgesetzt im nächsten Jahr. Und der zweite Punkt ist die Sportanlage, die Sanierung beziehungsweise Erneuerung der Rundlaufbahn, das wird uns auch 2014  sehr stark beschäftigen.

Und was ist mit der geplanten Boule-Bahn?
Urban:
Ja, die Boule-Bahn ist irgendwie ins Stocken geraten. Das Thema müssen wir auch noch mal aufnehmen. Im Grunde müssen wir einen geeigneten Platz finden, an dem einerseits nicht zu Störungen kommen kann, der aber andererseits so gesichert ist, dass es nicht zu Vandalismus kommt in diesem Bereich. Und an der Stelle ist es einfach steckengeblieben, weil keiner so einen Platz vorweisen konnte.

Ist das schon das Aus für die Boule-Bahn?
Urban:
Ich glaube nicht, dass das schon das Aus bedeutet. Vom Gedanken her finde ich es eigentlich sehr reizvoll, so eine Anlage zu haben. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass sie, wenn sie denn da ist, auch genutzt wird. Insofern unterstütze ich das schon. Nur auf der anderen Seite dieser Kleinkrieg drum herum, der muss einfach aufhören. Das bringt uns ja nicht weiter.

Ein ganz anderes Thema: die Verkehrssituation. Der Übergang vor dem Rathaus. Da muss ja auch einiges getan werden.
Urban:
Dort werden wir Anfang nächsten Jahres im Nachbarschaftsausschuss mit Quickborn noch einmal drüber reden, dieses Thema noch einmal besprechen. Da sind auch noch andere Themen auf der Tagesordnung wie zum Beispiel die Fahrradabstellplätze am Bahnhof Tanneneck.

Da haben Sie ja Forderungen gestellt...
Urban:
Ich sage mal, wir haben Anregungen gegeben. Das ist ja auch Sinn und Zweck solch einer Abstimmung, dass Anregungen gegeben werden und von anderer Seite kritisch darauf geguckt wird. Da wollen wir schon einen Konsens herbeiführen.

Sie werden das Projekt aber nicht zu Fall bringen?
Urban:
Nein, nein, auf keinen Fall.

Wie sieht es mit der Aufhebung des höhengleichen AKN-Bahnübergangs aus?
Urban:
Da haben wir Hoffnung geschöpft, weil diese Studie zur Kostenanalyse inzwischen vorliegt und ein positives Ergebnis zeigt und insofern die Elektrifizierung der AKN-Linie und die Einbindung der gesamten S-Bahn doch in greifbare Nähe rückt. In diesem Zusammenhang ist das Thema ganz oben auf der Tagesordnung.

Wie lange wird das noch dauern?
Urban:
Es ist immer schwer, Prognosen zu stellen. Das zieht sich bestimmt noch ein, zwei Jahre hin, bevor man da in die ernsthafte Planung eintritt. Unser Anliegen ist es, die AKN weiterhin zu stärken. Die AKN ist ja auch auf unserer Seite. Sie sieht das genauso, dass dieser Bahnübergang ein großes Hindernis ist und auch für den weiteren Ausbau der AKN und für den Ausbau der Taktfrequenz. Und insofern haben wir da ganz gute Karten, dass das was werden sollte.

Wie ist das Verhältnis zurzeit zu Quickborn?
Urban:
Das Verhältnis zu Quickborn hat sich im Laufe des letzten Jahres weiter stabilisiert. Wir sind ständig im Gespräch miteinander und in der Abstimmung mit verschiedenen Dingen und setzen das jetzt auch fort mit dem Nachbarschaftsausschuss. Ich bin ja sowieso immer im Gespräch mit Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl und mit Jörn Kruse, dem Vorsitzenden des Quickborner Ausschusses für Stadtentwicklung, so dass wir so eigentlich stets auf dem Laufenden sind.

Wird Ellerau irgendwann wieder eine selbstständig verwaltete Gemeinde? Es gibt ja den Wunsch in einigen Fraktionen.
Urban:
Ja, das sind Überlegungen. Aber ob die nun realistisch sind, lässt sich zurzeit noch gar nicht sagen. Das hängt natürlich von sehr vielen Dingen ab. An sich sind wir mit der Verwaltungsgemeinschaft mit Norderstedt sehr gut dran. Sie funktioniert und wenn es mal hakt, kriegen wir das eigentlich sehr schnell wieder in Gang gesetzt. Und diese andere Überlegung, wieder eine selbstständig verwaltete Gemeinde aus Ellerau zu machen, hat natürlich auch ganz erhebliche Konsequenzen, nicht nur finanzieller Art, sondern auch gebäudetechnischer Art und so weiter.

Wäre das mit Kosten verbunden?
Urban:
Ja, natürlich würde das etwas kosten. Wir müssten wieder einen hauptamtlichen Bürgermeister haben. Wir müssten wieder das gesamte Rathaus für die Verwaltung zur Verfügung haben, das heißt, wir müssten die Etage, die vermietet ist, dann wieder zurücknehmen und andere Dinge mehr. Das ist nicht so ganz einfach. Da gibt es eine ganze Menge drum herum.

Wieso Quickborn damals nicht den Zuschlag bekommen hat. Gab es da keine Bemühungen?
Urban:
Es gab schon Bemühungen von Quickborn. Das Angebot war wohl auch in Ordnung. Nur das lag  an den handelnden Personen seinerzeit, dass daraus nichts geworden ist. Am Ende war das Angebot von Norderstedt schon etwas attraktiver, das muss man objektiv gesehen zugeben. Andererseits ist wieder die Nähe zu Quickborn nicht zu verachten. Das ist natürlich ein Punkt, der in die Betrachtung einbezogen werden sollte und damals vielleicht nicht so einbezogen worden ist. Das ist ein Aspekt, den man nicht gleich so einfach monetär in Euro und Cent bewerten kann, aber der sich sicherlich auf lange Sicht auch bemerkbar gemacht hätte.

Bereuen Sie das?
Urban:
Bereuen ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck, bedauern auch nicht. Wir sind ja mit Norderstedt nicht schlecht dran, es funktioniert alles recht gut. Ob das Andere dann besser funktioniert hätte oder funktionieren würde, kann man ja nur hypothetisch sagen. Ich vermute mal ja. Vor allen Dingen wäre die räumliche Nähe etwas besser in diesem Zusammenhang zu sehen.

Soll Ellerau noch wachsen?
Urban:
Es wird sicherlich darauf hinauslaufen. Es kommt darauf an, in welcher Geschwindigkeit und in welchem Umfang. Denn wir merken  jetzt schon, dass überall noch Bautätigkeit im Gang ist, dort, wo noch Möglichkeiten vorhanden sind und noch Lücken bestehen, wird weitergebaut. Und das bedeutet ja auch Zuzug, die Einwohnerzahl steigt.

Gibt es denn jetzt noch genug Baugebiete in Ellerau?
Urban:
Konkrete Baugebiete haben wir eigentlich nicht mehr, sondern mehr so Randflächen oder Lücken, die irgendwie offen geblieben sind und die man noch verdichten kann.

Glauben Sie, dass der Ellerauer mit Ihnen und Ihrer Arbeit zufrieden ist?
Urban:
Den Eindruck habe ich. Ich bekomme ja auch viel Bestätigung,  auch von Leuten, die ich persönlich kaum oder gar nicht kenne und die mich ansprechen. Die mir sagen: ‚Wir finden das gut wie Sie das machen und  wünschen uns, dass  Sie noch recht lange weitermachen‘.

Das Interview führte René Erdbrügger.

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