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Rundfahrten zum Osterfest : Mit der Torfbahn durchs Himmelmoor

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Arbeitsgemeinschaft startet zum Osterfest mit öffentlichen Rundfahrten. Die Saison dauert in diesem Jahr bis Oktober.

shz.de von
erstellt am 30.Mär.2016 | 16:00 Uhr

Quickborn | Es gibt wieder Torfbahn-Fahrten in Quickborn: Am Ostersonntag tuckerte der erste Zug um 10 Uhr mit 20 Fahrgästen zur Rundfahrt durchs Himmelmoor los. Nach sechs Jahren Stillstand hat die Arbeitsgemeinschaft Torfbahn die beliebten Lorenfahrten mit Erläuterungen über das Himmelmoor wieder aufgenommen.

Gestartet wird immer ab dem Torfwerk. „Wir fahren auch bei Regen, die Fahrgäste haben ein Dach über dem Kopf, und wir sind wetterfest angezogen“, sagte Vereinsvorsitzender Jürgen Strötzel. Bei der zweiten Tour fuhren schon 30 Interessenten mit, die bei der einstündigen Rundfahrt an verschiedenen Haltepunkten Auskünfte von Dan Zelk über die Geschichte des Himmelmoors, den Torfabbau, die Renaturierung und die Tierwelt erhielten. Zelk gehört zum aktiven Kern des Vereins und wohnt seit einem halben Jahr mit seiner Frau in Quickborn.

Die Familie Albrecht aus Halstenbek war am Ostersonntag gleich nach dem Frühstück zum Torfwerk aufgebrochen. Der neunjährige Tim freute sich auf die Lok und das Moor, wo seine Mutter Nina als Schulkind einen Gummistiefel verloren hatte. Senior Holger Albrecht sagte: „Das Himmelmoor ist eine Attraktion in der näheren Umgebung. Ich finde es toll, dass uns diese einmalige Natur mit den Lorefahrten näher gebracht wird.“

Barbara und Mario Jaeger aus Appen hatten vom Angebot der Lorefahrten im Tip – Tageblatt am Sonntag gelesen und sich spontan dazu entschieden mitzumachen. „Wir gehen hier ab und zu spazieren, denn die gestauten Seen und die vielen Birken erinnern uns an einen Kanada-Urlaub. Hier gibt es auch ein Wiedersehen mit Weißwangen- und Graugänsen.“

Das größte Hochmoor Schleswig-Holsteins

Die Rundfahrt führt entlang des Hauptschienenwegs bis zur Abbiegung zum zweiten Aussichtshügel. Dort, wo schon abgebaute Moorflächen wieder bewässert sind und wie eine Seenlandschaft wirken, werden die Entstehung des Moors und der Torfabbau im Wandel der Zeit erläutert. „Seit 1870 wird im Quickborner Himmelmoor Torf abgebaut, aber spätestens 2020 soll damit Schluss sein“, wurde am Sonntag gesagt.

Das größte Hochmoor Schleswig-Holsteins habe sich im Laufe von Tausenden Jahren aus mehreren Schichten gebildet – vom Weißtorf über den Brauntorf bis zum unteren Schwarztorf, der als Heizmaterial begehrt ist. Die Epoche des Torfstechens hatte in der Nachkriegszeit noch einmal Hochkonjunktur. „Heute wird der Torf nach der Entwässerung mit Hilfe riesiger Fräsmaschinen Schicht für Schicht abgetragen. Ein verbleibender Schwarztorfrest bildet die Grundlage für die Wiedervernässung und Renaturierung. Dafür werden Dämme gebaut und Wasser gestaut“, sagte Zelk.

Die Arbeitsgemeinschaft Torfbahn bietet die öffentlichen Lorefahrten von April bis Oktober jeweils am ersten und dritten Sonntag des Monats an, je zwei Fahrten ab 13 und ab 15 Uhr. Die Teilnahme für Erwachsene kostet fünf Euro, für Kinder ab sechs Jahren drei Euro und für Familien mit bis zu drei Kindern 13 Euro. Vorbestellungen sind nicht möglich – anders bei den etwa dreistündigen Exkursionen des Fördervereins Himmelmoor mit Informationen, Vorführungen und fußläufigen Abstechern ins Moor. Die erste Exkursion beginnt am Sonnabend, 9. April, um 14 Uhr – und dann jeden ersten Sonnabend im Monat um die gleiche Uhrzeit. Dafür ist eine Anmeldung unter Telefon 04106-9757275 erforderlich.

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