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Quickborner Tageblatt

21. September 2017 | 03:39 Uhr

Mit 25 Collagen das Jahr dokumentiert

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Jutta Günther (72) bereichert den Alltag im Quickborner Dana-Pflegeheim

Fünf Jahre lang besuchte Jutta Günther jeden Tag ihren Mann im Dana-Pflegeheim Buchenhof an der Kieler Straße. Schon zu dieser Zeit setzte sich die 72-Jährige als Beiratsvorsitzende für die Bewohner ein. „Ich bin Mittlerin zwischen den Interessen der Heimleitung und der Bewohner“, beschreibt sie ihr Engagement.
Alle zwei Monate trägt sie bei einer Sitzung mit der Heimleitung die Wünsche und Ideen vor, die an sie herangetragen werden.

„Mal sind es Veränderungen im Garten, mal kreative Ideen für Speisen – oder der Wunsch nach bestimmter Musik. „Also haben wir das ,Wunschkonzert‘ für die Bewohner ins Leben gerufen“, erzählt Günther. Jeder darf den Titel seines Lieblingslieds aufschreiben, Günther sammelt ein, besorgt die Musik und lädt dann zu einem geselligen Nachmittag ein.

Als ihr Mann im vergangenen Herbst verstarb, mochte Günther die Besuche und die dabei entstandenen vielfältigen Kontakte jedoch nicht mehr missen. „Ich bin immer noch fast jeden Tag hier“, sagt Günther und lacht. Als ehrenamtliche Helferin unterstützt sie das Team: Angefangen bei der Begrüßung neuer Bewohner mit einem Blumenstrauß über Vorschläge für Veranstaltungen und auch deren Organisation und Durchführung.

Das brachte Günther auf eine Idee: „Vor zwei Jahren gab es ein Jahresbuch, in dem alle Veranstaltungen und Aktivitäten festgehalten waren – das wollte ich gern machen“, berichtet sie. Doch angesichts knapper Haushaltsmittel habe dies nicht realisiert werden können.

Günther gab die Idee der Dokumentation trotzdem nicht auf – und bastelte vier Monate lang Collagen: Mit Fotografien, Texten und kleinen Accessoires versehen hängen jetzt 25 liebevoll gestaltete Poster in den Fluren der Einrichtung. Vom Neujahrsfest, Karneval, Ausflug mit Reisebussen und Valentinstag erzählen die Bilder. Auch Muttertag, Ostern,Pfingsten, ein marokkanischer Nachmittag, eine Modenschau und natürlich die Adventszeit und Weihnachten dürfen nicht fehlen.
„Da wurde mir erst einmal bewusst, was wir hier alles gefeiert und organisiert haben“, sagt Andrea Heumann, Leiterin des Pflegeheims. Die Dokumentation des vergangenen Jahres sei eine große Bereicherung für die Bewohner. „Jeder kann das Jahr noch einmal ganz in Ruhe Revue passieren lassen“, so Heumann.

Und dabei auch aktive Trauerarbeit leisten – so wie Jutta Günther, deren verstorbener Mann noch auf einigen Abbildungen zu sehen ist. „Für mich war diese Arbeit sehr hilfreich, um die dunklen Gedanken im Zaum zu halten“, sagt sie. Ihr Ehrenamt will sie fortführen, so lange es ihr möglich ist: „Inzwischen hab ich alle Mitarbeiter und Bewohner hier ins Herz geschlossen.“

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