Tangstedt : Mit 24 Jahren schon Gemeinderätin

Aus dem  Interesse  an politischer Arbeit erwuchs bei Annika Ahrens-Glismann  der Wunsch, selbst aktiv das Gemeindeleben mitzugestalten.
Aus dem Interesse an politischer Arbeit erwuchs bei Annika Ahrens-Glismann der Wunsch, selbst aktiv das Gemeindeleben mitzugestalten.

Jung-Politikerin Annika Ahrens-Glismann (CDU) will etwas für ihr Dorf tun

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26. März 2014, 15:00 Uhr

Als Annika Ahrens-Glismann im Jahr 2007 den Satz „Ich will mal mit“ sagte, war sie 17 Jahre alt. Und sie wollte nicht etwa in die Disco oder zum Shoppen, sondern ihren Vater, Hermann Ahrens (CDU), zur Tangstedter Gemeinderatssitzung begleiten. Heute sitzt sie selbst dort. Und nicht nur das: Als mit Abstand jüngstes Mitglied übernahm sie im Mai 2013 die Leitung des Ausschusses für Schule, Sport, Kultur und Soziales (SSKS).

„Mein Vater hat mich nie gedrängelt, selbst politisch aktiv zu werden“, betont Ahrens-Glismann. Ihr Impuls rührte vielmehr von dem Wunsch her, selbst das Dorfgeschehen mitzugestalten. Schon ein Jahr später saß sie als 18-Jährige für die CDU als bürgerliches Mitglied selbst am Tisch im SSKS-Ausschuss. „Ich wurde gefragt und habe sofort zugesagt“, berichtet Ahrens-Glismann. Bereut hat sie das bislang nicht, die Arbeit im Ausschuss machte ihr von Anfang an Spaß. „Das waren die Themen, mit denen ich etwas anfangen konnte – schließlich bin ich hier aufgewachsen, kenne den Kindergarten und die Grundschule aus eigener Erfahrung“, sagt sie. Zudem finde sie es wichtig, dass auch die jüngere Bevölkerung in der Politik der Gemeinde vertreten sei.

Parallel zur politischen Karriere begann die Tangstedterin ihre berufliche Ausbildung: die Lehre zur Bankkauffrau, gekoppelt an das Studium zur Betriebswirtschaftlehre (BWL). 2011 schloss sie die Ausbildung erfolgreich ab, zwei Jahre später das Studium mit dem Bachelor of Arts in BWL. Während sie noch an ihrer Abschlussarbeit schrieb, begann die heiße Phase des Kommunalwahlkampfs.

„Über das Ergebnis habe ich mich riesig gefreut – mit so vielen Stimmen habe ich nicht gerechnet“, so die 24-Jährige, die seitdem Mitglied des Gemeinderats ist. „Ich weiß nicht, ob das so etwas wie ein Kükenbonus ist“, sagt sie und lacht. Als Wertschätzung ihrer bisherigen Arbeit habe sie es auf jeden Fall empfunden.

„Die Mitarbeit als bürgerliches Mitglied war ein gutes Training – ich habe viel Sicherheit und Souveränität dadurch gewonnen“, berichtet Ahrens-Glismann. Die Abläufe und formellen Anforderungen von Sitzungen sind ihr ebenso vertraut wie das politische Geplänkel, das hin und wieder auch im Ton etwas schärfer wird. „Zu Anfang habe ich das schon persönlich genommen, aber inzwischen weiß ich das zu unterscheiden“, sagt sie. Schließlich müsse sie als Vorsitzende eines Ausschusses auch für dessen Beschlüsse gerade stehen. „Das gehört dazu“, sagt sie selbstbewusst.

Neu sind dagegen einige Themengebiete, in die sich die junge Frau erst einarbeiten muss: „Baurecht zum Beispiel – da muss ich viel nachlesen und nachfragen“, erzählt sie. Anders sieht es bei Haushaltsfragen aus. „Da kommen mir Ausbildung und Studium zugute“, sagt sie.

Ganz nebenbei sagte Ahrens-Glismann sofort ihre Hilfe zu, als andere Aktive die Tangstedter Junge Union aus dem Tiefschlaf weckten: 2011 wurde der Ortsverein neu gegründet, im April 2013 übernahm sie dessen Vorsitz. Dass sie seither auch im Kreisverband tätig ist, versteht sich fast von selbst: Seit Juni 2013 ist sie dort Schatzmeisterin.

Auch beruflich sitzt Ahrens-Glismann inzwischen fest im Sattel: Nach einem Praktikum bei den Regio-Kliniken arbeitet sie jetzt in der Personalabteilung bei Blohm & Voss Shipyards. „Manchmal muss ich aufpassen, dass die Politik nicht zum Nebenjob wird, sondern Ehrenamt bleibt“, gibt die junge Politikerin zu. Schließlich will sie noch lange Spaß daran haben, in der Gemeinschaft etwas für ihr Dorf zu bewirken.

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