Erste Hausgeburt 2015 : Merle ist die erste „echte“ Quickbornerin des Jahres

Die vier Wochen alte Merle hat ihren Platz in den Geschichtsbüchern der Eulenstadt bereits sicher.
Die vier Wochen alte Merle hat ihren Platz in den Geschichtsbüchern der Eulenstadt bereits sicher.

Am 6. Juli um 16.50 Uhr erblickte sie das Licht der Welt und wog 3650 Gramm.

shz.de von
30. Juli 2015, 12:15 Uhr

Quickborn | Als Merle am 6. Juli das Licht der Welt erblickte, hatte sie bereits einen Platz in den Geschichtsbüchern der Stadt sicher. Immerhin ist Merle das erste „echte“ Quickborn-Baby des Jahres 2015. In Ermangelung einer Geburtenstation in Quickborn ist das eine Rarität. „Wir haben immer mal wieder Hausgeburten. Aber das ist für uns schon eine Seltenheit“, sagte Volker Dentzin, Leiter des Fachbereichs Einwohnerangelegenheiten  auf Nachfrage. „Wir hatten schon Jahre, in denen dies gar nicht vorkam, jetzt sind es im Schnitt ein bis zwei pro Jahr.“

Für gewöhnlich werden Babys von Quickborner Pärchen in den umliegenden Krankenhäusern geboren, etwa in Pinneberg, Henstedt-Ulzburg oder Hamburg. Entsprechend stellen die dortigen Standesämter auch die Geburtsurkunden aus. „Dann werden sie vom jeweiligen Amt an uns gemeldet, das geht automatisch“, sagte Dentzin. Im Durchschnitt würden so etwa 160 Babys jährlich zu Quickborner Neubürgern.

Dass die Stadt über kein Krankenhaus  oder eine Geburtenstation verfügt, sei nichts Ungewöhnliches. „Elmshorn und Norderstedt beispielsweise haben auch keine“, sagt Dentzin gegenüber dieser Zeitung und ergänzt: „Bei der Krankenhaus-Dichte in der Umgebung wäre es eher ungewöhnlich, wenn Quickborn eines hätte“. Merle wird es später einmal wohl egal sein, wo sie geboren wurde.  Ihren festen Platz in den Geschichtsbüchern der Eulenstadt hat das Mädchen sicher.

Stolze Familie

Ganz friedlich und entspannt schläft Merle in ihrem Bett. Selbst als ihre größere Schwester Bauklötze fallen lässt, bringt das die gerade einmal vier Wochen alte Quickbornerin nicht aus der Ruhe. Sie schläft seelenruhig weiter. Am 6. Juli um 16.50 Uhr erblickte sie das Licht der Welt und wog 3650 Gramm. Doch sie wurde nicht in einer Klinik geboren, sondern zu Hause in Quickborn. Sichtlich stolz sind Nadja und Mario Hoffmann auf ihren Nachwuchs.

Nicht nur für die Eltern ist Merle etwas ganz Besonderes, auch für die Stadt Quickborn. Denn sie ist das erste „echte“ Quickborner Kind im Jahr 2015. „Damit habe ich vorher gar nicht gerechnet. Ich hätte nicht gedacht, dass es in diesem Jahr noch keine Geburten in Quickborn gab“, sagt Mario Hoffmann (37) im Gespräch mit dieser Zeitung. Als er die Geburtsurkunde, mit der Nummer eins versehen, sah staunte er nicht schlecht. Auf die Frage, wie die Geburt der kleinen Merle ablief, fiel den beiden auf anhieb nur ein Wort ein: „Schnell“.

Hofmann
Stolze Eltern: Nadja und Mario Hoffmann beobachten die schlafende Merle.
 

Für die Familie ist es nicht das erste Kind. Die heute sechsjährige Lilly kam aber nicht zu Hause zur Welt, sondern in einer Klinik. „Die Variante wird ja heutzutage von vielen präferiert. Mir gefiel jedoch diese Anonymität gar nicht. Außerdem verfällt man in die Maschinerie der Ärzte und das wollte ich kein zweites Mal“, erinnert sich Nadja Hoffmann (34). Mit einer Hebamme finde eine ganz andere und intensivere Betreuung statt. „Sie sind von Anfang an dabei und kümmern sich auch nach der Geburt noch um die Familien. Das ist wirklich toll“, sagt die Automobilkauffrau.

Ihr Mann war von der Idee einer Hausgeburt anfangs nicht ganz überzeugt. „Ich habe mich damit vorher nie auseinandergesetzt. Der Gedanke an die Risiken hat erst einmal überwogen“, erinnert sich der Business Development Manager. Heute würde er jedem eine solche Geburt empfehlen: „Wenn es keine Indikationen für Risiken gibt ist das eine tolle Methode.“

Nadja Hoffmann wird von einem dreiköpfigen Hebammen-Team begleitet. „In Kliniken kann es schon sein, dass man unterschiedliche Hebammen hat. Dieses Team der Hebammen betreut mich seit Beginn der Schwangerschaft und ich konnte Vertrauen zu ihnen aufbauen“, betont die Mutter. Auch das Verhalten der Geburtshelferinnen nach der Entbindung blieb der Mutter im Gedächtnis: „Sie haben sich komplett zurückgezogen und uns die Zeit mit Merle gelassen, die wir gebraucht haben.“ Am 20. August gratuliert auch Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) den Eltern.

Eine Beleghebamme ist eine selbstständige, freiberufliche Geburtshelferin. Einige haben mit einer oder mehreren Geburtskliniken Belegverträge abgeschlossen, doch manche arbeiten auch mit individuellen Verträgen. Entweder betreut sie Familien in der Klinik oder bei Hausgeburten. Die Hebammenhilfe umfasst die Beratung während der Schwangerschaft, der Geburt sowie der Stillzeit. Während eines Hausbesuchs oder per Telefon berät sie die Familien außerdem zu den ThemenErnährung und Lebensweise in der Schwangerschaft.
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