Zu wenig Mitarbeiter : Effizienzgutachten wird für Quickborn zum Eigentor

Das Quickborner Rathaus: Hier werden laut Gutachten fünf Mitarbeiter mehr gebraucht.
Das Quickborner Rathaus: Hier werden laut Gutachten fünf Mitarbeiter mehr gebraucht.

Eigentlich wollte die Stadt mit einem Gutachten feststellen, wo sie Personal abbauen kann. Doch das Ergebnis ist ein anderes: Im Rathaus fehlen fünf Stellen.

shz.de von
20. Februar 2014, 06:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Jetzt hat es Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) schwarz auf weiß: In der Quickborner Verwaltung fehlen fünf Vollzeitstellen. Die meisten der elf Fachbereiche arbeiten mit einer knappen Personalausstattung. Zu diesem Ergebnis kommt ein Effizienzgutachten, das die Politik in Auftrag gegeben hat.

Im Oktober 2013 wurde mit der umfangreichen Analyse der Quickborner Verwaltung begonnen. Mitarbeiter der Wirtschafts- und Managementberatung Allevo aus Meerbusch besuchten die Abteilungen, erhielten Einblick in alle Zahlen und befragten die Mitarbeiter.

Insgeheim hofften einige der Stadtvertreter, dass es im Rathaus zu viele statt zu wenige Stellen gibt. So hätte man während der nächsten Jahre Personal abbauen können, um den defizitären Haushalt in den Griff zu bekommen. Doch der Schuss ging nach hinten los. Statt zu sparen, muss Quickborn zahlen: 100.000 Euro kostet das Gutachten. Um die fünf fehlenden Stellen zu besetzen, würden 300.000 Euro fällig.

Aber: Selbst die Gutachter gehen in ihrer Expertise nicht davon aus, dass der Mehrbedarf in der Verwaltung durch zusätzliches Personal gedeckt wird. Sie schlagen vor, Angebote zu reduzieren und Personal umzuschichten. Denn eines wird in dem Gutachten auch deutlich: Quickborn bietet mehr freiwillige Leistungen an als andere Kommunen der gleichen Größenordnung.

Auch Schenefeld hatte vor drei Jahren die Organisationsstruktur der Verwaltung extern überprüfen lassen. Allerdings für weniger Geld: 60.000 Euro wurden veranschlagt, gezahlt hat die Stadt für die Expertise aber weniger, so Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD). Sie spricht von einem „optimalen Ergebnis“.

Auch für Pinneberg wurde ein Gutachten erstellt. Ein Bericht folge demnächst, so Bürgermeisterin Urte Steinberg. Die meisten Verwaltungen im Kreis Pinneberg verzichten auf Gutachten. Einige, wie Wedel, überprüfen ihre Effizienz ständig intern wegen der Haushaltskonsolidierung.

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