„Meine Liebe ist der TuS Holstein“

Blau, Weiß, Rot – die Farben des TuS Holstein Quickborn – zieren den Schal und den Wimpel der Unterstützer um Gerd Hengvoß.
Blau, Weiß, Rot – die Farben des TuS Holstein Quickborn – zieren den Schal und den Wimpel der Unterstützer um Gerd Hengvoß.

Der Quickborner Gerd Hengvoß lässt einen Unterstützerkreis für die 1. Herren aufleben, weil er mit Gleichgesinnten jedes Spiel verfolgt

shz.de von
26. Mai 2018, 16:44 Uhr

Gerd Hengvoß macht aus seiner Leidenschaft für den Fußball in seinem Heimatverein TuS Holstein Quickborn keinen Hehl. „Meine Fußballliebe ist der TuS“, sagt er. HSV oder Pauli, gar Bremen oder Bayern? Zu weit weg, zu unpersönlich und nicht in seinem Herzen verankert. Hengvoß steht sonntags lieber in seiner Heimatstadt Quickborn am Spielfeldrand. Nun hat er sich ein Herz gefasst und den Förderkreis für die 1. Herren aufleben lassen. Zehn Mitglieder hat die Gruppe bereits, und geht es nach dem Initiator, dürfen es gern noch mehr werden.

Die Unterstützung für diese Mannschaft hat eine lange Geschichte und geht auf die 1980er-Jahre zurück. Damals verfehlten die 1. Herren nur knapp den Aufstieg in die 3. Liga. Für die treuen Fans, die bei Heim- und Auswärtsspielen gleichermaßen mitfieberten, war es eine beglückende Erfahrung, ihr Team in so guter Form zu erleben. „Damals haben wir zusammengestanden und uns gefragt, ob wir nicht mal was für die Mannschaft tun wollen“, sagt Uwe Langeloh, der heute wieder zum Kreis der Unterstützer gehört. Es sei ihre Art gewesen, Vereinstreue zu beweisen.

Dass das Engagement kurz darauf an Fahrt verlor, lag wohl auch an dem Niedergang der 1. Herren. Viele Spieler verabschiedeten sich, die Erfolge blieben aus, der Förderkreis ging auseinander. Nun hat Hengvoß ihn aus dem Dornröschenschlaf geholt. „Wir sind immer noch eine Gruppe von Zuschauern, die bei jedem Spiel dabei ist. Mit dem Förderkreis wollen wir die Fußballer motivieren“, sagt er.

Deshalb zahlen die Unterstützer für jeden Sieg zehn Euro in die Kasse, die Hengvoß verwaltet. Bei Spielen gegen den Stadtrivalen vom 1. FC Quickborn und den Erzrivalen Rasensport Uetersen, beides nach Ansicht Hengvoß’ bessere Mannschaften, reicht jeweils ein Unentschieden und er hält sofort die Hand auf.

„Wir stehen am Spielfeldrand, gucken Fußball und reden über Gott und die Welt. Das sind immer sehr unterhaltsame Nachmittage.“ Ein eingetragener Verein ist der Förderkreis nicht. Viel zu kompliziert, denn dann müssten ein Vorstand gewählt und regelmäßig Mitgliederversammlungen abgehalten werden. Das will keiner von ihnen. Sie sammeln das Geld ein und geben es für die Mannschaft zeitnah wieder aus. „Das ist eine freiwillige Leistung“, so Hengvoß. Mal gibt es einen Zuschuss zu einem Grillfest oder zur Weihnachtsfeier, mal eine Zuweisung für die Mannschaftskasse. Damit honorieren die Fans den Einsatz und die Leistung der Spieler. Wer im Förderkreis mitmachen möchte, ist willkommen. Nähere Informationen gibt es unter Telefon (0 41 06) 12 61 83.

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