zur Navigation springen

Tangstedt : Mehr Stunden für die Schulsozialarbeit

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Anzahl aggressiver Schüler nimmt zu, berichtet Jugendpfleger Boris Kaufmann

von
erstellt am 26.Feb.2014 | 16:00 Uhr

„Wenn man den Deckel einmal angehoben hat, kann man den Topf nicht einfach wieder verschließen“, umschreibt Tangstedts Jugendpfleger das, was sich im Dorf in den vergangenen fünf Jahren entwickelte: der wachsende Bedarf, Kinder und Jugendliche mit auffälligem Verhalten angemessen zu unterstützen. Das Konzept „Drei in Eins“ (siehe Info-Kasten), das im September 2009 aus der Taufe gehoben wurde, soll jetzt entsprechend angepasst werden, indem die Anzahl der Stunden für Schulsozialarbeit von drei auf zehn Stunden pro Woche erhöht wird.

Entschieden wird in der nächsten Sitzung des Gemeinderats am Dienstag, 4. März (Gemeindezentrum, 20 Uhr). „Sechs Stunden lang werde ich mit im Unterricht sein können oder für Gespräche zur Verfügung stehen“, sagt Kaufmann. Die restliche Zeit verbringt Kaufmann mit der Teilnahme an den wöchentlichen Klassenkonferenzen und mit der Vor- und Nachbereitung der Gespräche. „Oft bin ich auch als Schlichter bei schwierigen Eltern-Lehrer-Gesprächen dabei“, berichtet Kaufmann.

Sorge bereitet ihm, dass die Anzahl aggressiver Schüler deutlich zugenommen hat. „Viele Eltern merken gar nicht, wie problematisch der Medienkonsum ihrer Kinder wirklich ist“, sagt Kaufmann Besonders stark dei das beim „Montagssyndrom“ zu spüren, wenn die Mädchen und Jungen erzählen, welche Filme sie am Wochenende gesehen haben. „Ich suche dann das Gespräch mit den Eltern, muss aber leider auch immer wieder feststellen, dass manche geradezu beratungsresistent sind“, so Kaufmann.

Schwierig sei für die Kinder auch, dass sie zwischen verschiedenen Erziehungsstilen hin- und hergerissen würden. „Elternhaus, Schule und Nachmittagsbetreuung sollten an einem Strang ziehen, damit die Kinder wissen, woran sie sind“, so sein Wunsch. Den Lohn seiner Bemühungen sieht er jedoch auch: „Das Bewusstsein, dass jemand da ist, der sich kümmert, ist in vielen Köpfen jetzt angekommen.“

Um auf dem Schulhof mehr Ruhe und Struktur zu schaffen, haben er und Rektorin Maike Hansen auch schon einen Plan: „Es wäre toll, einen abgetrennten Bereich zu haben, in dem – natürlich unter Aufsicht und nach bestimmten Spielregeln – auch mal ausgiebig gerangelt werden darf. “

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen